Skip to content. | Skip to navigation

Journalist-Untergriff

Wie "Der Österreichische Journalist" mit seinem Mitbewerb umgeht, ist einfach letztklassig.

Dass Johann Oberauer und seine Zeitschrift "Der Österreichische Journalist" völlig respektlos mit seinem Mitbewerb umgeht, ist seit langem bekannt. Im Leitartikel der jüngsten Ausgabe des Blatts kündigt er einen Artikel über die Online-Plattform Kununu im Heft an. So etwas geht bei einem Oberauer natürlich nicht ohne Untergriffe gegen die Konkurrenz. Und also stehen dann die „berührenden“ Zeilen: „.... dass es der Mucha Verlag gerade noch unter die Top-25 geschafft hat, gibt ...... Rätsel auf .....“.
Im Heft geht’s dann munter zur Sache. Unter dem Zwischentitel „Die Medienbranche schneidet schlecht ab “ kriegen etliche der schreibenden Zunft ihre Watschen. Und dann findet sich dort noch folgende erstaunliche Passage: „Überraschend positiv fanden wir andererseits die relativ guten Bewertungen für den Mucha Verlag (Kununu-Score: 2,89). Auf die Frage, wieso ein Unternehmen mit keinem tollen Ruf in der Branche keine sehr schlechte Gesamtbewertung hat, sagt Anne Juliane Wirth, Kununu-Pressesprecherin in Wien: „Bei der Mucha Verlag GmbH zeigt sich ein sehr diverses Bild: Negative und positive Bewertungen ... bla bla bla ....“.

Nun ist es ja nicht unbedingt die feine englische Art, die eigene Sicht des Konkurrenten („ein Unternehmen mit keinem tollen Ruf“) dafür zu missbrauchen, eine gute Bewertung des Mitbewerbs schlecht zu schreiben.
Die Sache hat nur einen kleinen, aber entscheidenden Haken. Die Mucha Verlag GmbH ist operativ gar nicht mehr tätig (!). Und dies seit Mai 2017 (!!!). Zu diesem Zeitpunkt hat sie nämlich ihre Publikationsaktivitäten zur Gänze eingestellt. 99,8% der Eigentümer des sogenannten Nachfolgeunternehmens, der MG Mediengruppe, waren nie Gesellschafter der Mucha Verlag GmbH.

Woraus sich zwei Fragen ergeben. Erstens: Gehässigkeit schön und gut, aber so unbedarft wie Oberauer – das gibt’s doch nicht. Zweitens: Seit wann bewerten Kununu -Mitarbeiter Unternehmen? Zerstören sie damit nicht automatisch den Ruf der Unabhängigkeit einer sogenannten seriösen Bewertungsplattform? Und drittens: Wie peinlich muss es für Kununu sein, ein Unternehmensprofil eines Unternehmens via Pressesprecherin medial zu bewerten, wenn die eigene Mitarbeiterin so ahnungslos ist, dass sie nicht einmal recherchiert, dass das bewertete Unternehmen seine operative Tätigkeit bereits vor zwei Jahren beendet hat. Kann man solch einem Unternehmen vertrauen? Nun, man kann ihm genauso vertrauen wie Johann Oberauer. Bilden Sie sich bitte Ihr eigenes Bild.