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Mehr Transparenz, weniger "Fake-News"

 

Die österreichische Journalistin Ingrid Brodnig kritisierte Thomas Myrup Kristensen, Leiter des Brüsseler Facebook-Büros und Managing Director für EU-Angelegenheiten auf der EU-Konferenz "Challenging (the) Content" hart.

Emotional aufgeladene Inhalte sollen, so Brodnig, vom Algorithmus bevorzugt werden. Besonders Postings die negative Emotionen auslösen, seien im Newsfeed höher gestellt. Als Beispiel nennt Brodnig eine Falschmeldung aus dem vorigen Jahr, wonach Flüchtlinge 700 Euro Weihnachtsgeld bekommen würden - dies war laut der Journalistin der erfolgreichste Facebook-Beitrag im deutschsprachigen Raum.

Kristensen von Facebook verteidigt den Algorithmus, denn dieser zeige den Menschen, so in der Pressemitteilung zitiert, "die Katzenfotos sehen wollen, Katzenfotos und jenen, die politisch interessiert sind, politische Nachrichten." 

Mehr Transparenz und Einblick für Wissenschaftler fordert Brodnig weiters, die sich seit vielen Jahren mit Facebook auseinandersetzt.

 

von links nach rechts: Giuseppe Abbamonte (Europäische Kommission),
Ingrid Brodnig (Journalistin), Thomas Myrup Kristensen (Facebook),
Dario Nassal (The Buzzard).

 

Kristensen wies die Journalistin und alle Konferenzteilnehmer darauf hin, dass Forschern wohl Zugriff auf die Daten gegeben würde, dies aber mit Vorsicht zu behandeln sei, da Facebook bereits negative Erfahrungen mit der Weitergabe von Daten gemacht habe. Hier spielte er auf den Cambridge-Analytica-Skandal an, bei dem unter dem Vorwand der wissenschaftlichen Nutzung der Daten letztendlich Facebook-User-Daten für die Wahlkampfkampagne von Donald Trump verwendet wurden. 

Abhilfe für das Problem von "Fake-News" soll laut Guiseppe Abbamonte von der Eu-Kommission einerseits ein freiwilliger Verhaltenskodex schaffen und andererseits ein Netzwerk von Faktencheckern, das gerade für die EU-Wahl aufgebaut wird. 

 

Bildcredit: pixabay / bka/Michael Gruber