Skip to content. | Skip to navigation

OeNB-Gouverneur Nowotny

OeNB-Gouverneur Nowotny beim AmCham Business Luncheon

Mittwochnachmittag trafen sich die Mitglieder der American Chamber of Commerce in Austria auf Einladung von Citibank zum Business Luncheon im Sofitel Vienna Stephansdom, um den Ausführungen des Oesterreichische-Nationalbank-Gouverneurs Ewald Nowotny über „Perspektiven der europäischen Geldpolitik“ zu folgen.

Zinspolitik und Wirtschaftsaufschwung

„Im Gegensatz zur amerikanischen FED, die ein duales Mandat hat, hat die EZB nur ein Preisstabilitätsziel, nämlich eine Inflation von unter, aber nahezu zwei Prozent“, erklärt Nowotny.

Die FED verfolge ein Inflationsziel, strebe aber auch Vollbeschäftigung an. Die expansive Politik der EZB hatte zum Ziel, ein Deflationsszenario zu vermeiden und das Wachstum zu unterstützen. „Dieses Ziel ist erreicht worden“, sagte Nowotny. Anders sieht es in der benachbarten Schweiz aus, wo die Notenbank eine Inflationsobergrenze von zwei Prozent nicht überschreitet. Aus diesen Rahmenbedingungen heraus konnten sich die Vereinigten Staaten deutlich schneller von der Wirtschaftskrise erholen, haben dabei aber ein deutlich höheres Defizit aufgebaut.

„Niedrige Zinsen helfen zwar, bringen allein aber keinen wirtschaftlichen Aufschwung, der sich nur nachfragebedingt entwickelt“, so Nowotny.

Inflationsraten sind stark von Energiepreisen getrieben, die sich dem Einfluss von Notenbanken entziehen. In den letzten Tagen hat die EZB eine Neuorientierung der Geldpolitik vorgenommen, bei der sie das Ankaufsprogramm von 30 auf 15 Milliarden Euro begrenzt hat und dieses mit Ende des Jahres einstellen wird. Parallel dazu werden die Zinsen kurzfristig nicht erhöht werden. Insgesamt wurden im Rahmen des Programms Assets und Staatspapiere im Wert von über 2.000 Milliarden Euro angekauft.

Bedrohung der Banken durch Wirtschaftssanktionen

Durch ein einheitliches Regelwerk werden nun die Bilanzen von Banken vergleichbar gemacht, wodurch die Stabilität des europäischen Finanzmarkts weiter erhöht wird. Zusammenbrüche von Großbanken seien ein fundamentales Problem für Volkswirtschaften, erklärt der OeNB-Gouverneur. Künftig werden auch private Investoren wie Käufer von Bankanleihen verstärkt in die Verantwortung gezogen, wenn Banken in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

„Banken werden durch Sanktionen, die eine politische Waffe sind, stark getroffen“, sagt Nowotny abschließend, der die Wirksamkeit von Sanktionen infrage stellt.

Über Geld spricht man: Gäste beim AmCham-Business Luncheon

Unter den Gästen wurden gesichtet: Matthias Albert (Bank Gutmann), Markus Beuchert(Autobank AG), Martin Brodey und Christian Dorda (DORDA Rechtsanwälte), Sherrie Doyon de Toma(UBS Wealth Management), Michael Edelsbrunner (Citibank), Wolfgang Fenkart-Fröschl (Western Union), Marta Haustein (U.S. Embassy), Conor Hayden (Wiener Privatbank), Patricia A. Helletzgruber (Drucker Society), Michael Hilbert (Roland Berger), Klaus Hölbling (Alix Partners), Rudolf Kemler (Roland Berger), Martin Köberl (Procter & Gamble), Sandra Kolleth (Präsidentin AmCham Austria), Norbert B. Lessing (Hilton Hotels & Resorts), Christian Maetz (AT&T), Patricia Neumann (IBM), Friedrich Rödler (Erste Group), Elisabeth Thun-Hohenstein (TNS Networking Services), Martin Winkler (Oracle Austria, designierter Präsident der AmCham Austria) und Georg Zanger (Jurist).

 

21. 6. 2018 / gab
Bildcredit: leisure, Roland Rudolph