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Im Juni lädt Medienminister Gernot Blümel zur großen Medienenquete

 

Eine Vorschau auf die Medienenquete Anfang Juni

 

„Es ist Zeit für einen echten, sachlichen und ernsthaften medienpolitischen Diskurs in Österreich“ heißt es auf der Webseite des Bundeskanzleramts. Die lang angekündigte Medienenquete soll Abhilfe schaffen. Was dort entschieden wird könnte für gigantische Umbrüche in der österreichischen Medienlandschaft sorgen. Oder es wird viel diskutiert, ohne nennenswerte Änderungen zu beschließen. (Der gelernte Österreicher wird wohl eher Letzteres vermuten.)

Am 7. und 8. Juni lädt Medienminister Gernot Blümel (ÖVP) zur Debatte ins Museumsquartier in Wien. Die österreichische Identität in der digitalen Medienwelt der Zukunft soll dort gesichert werden. Bei aller Skepsis angesichts der starren Strukturen mancher medialer Player, an denen sich schon andere Regierungen die Zähne ausgebissen haben, ist hervorzuheben, dass die Enquete auf eine Öffnung der Debatte abzielt.

 

Medienpolitik für alle

Wer letztlich Anfang Juni an den Diskussionen um die mediale Zukunft Österreichs vor Ort teilnehmen soll, ist noch nicht bekannt. Die zuständige Kabinettsmitarbeiterin Iris Müller-Guttenbrunn verrät aber schon so viel: „Es wird keine ORF-Enquete werden, sondern eine breitgefächerte Medienenquete. Wir werden großartige Gastredner und -autoren haben, internationale Top-Medienexperten.“

Welche Punkte dann auf der Tagesordnung stehen, hängt auch von der Beteiligung der Bürger ab, denn derzeit werden noch Ideen gesammelt. Online kann Jeder seine Meinung zum Thema abgeben. Der gesammelte Input soll dann in weiterer Folge von Experten und Politikern diskutiert werden – „mit dem Ziel, alteingesessene medienpolitische Frontlinien aufzuheben und die Perspektiven und Herausforderungen des Medienstandorts Österreich in den Mittelpunkt zu stellen.“ Folgende drei wesentliche Fragestellungen stehen bei der Enquete im Zentrum:

  • Wie sollte der öffentlich-rechtliche Auftrag und der gesellschaftliche Mehrwert, den dieser Auftrag gewährleisten soll, in einer zunehmend digitalisierten Welt abgegrenzt, definiert und weiterentwickelt werden?
  • Der österreichische Medienmarkt steht vor großen Herausforderungen: Es ist ein kleiner Markt, der aufgrund der gemeinsamen Sprache eng mit dem zehnmal so großen deutschen Markt verknüpft ist. Wie soll und kann zukunftsfähige Medienfinanzierung aussehen?
  • Die Digitalisierung – insbesondere der Erfolg sozialer Netzwerke und des Smartphones – verändert den gesellschaftlichen Diskurs und die mediale Öffentlichkeit rasant. Was kann zeitgemäße Medienpolitik zu sachlicher und unaufgeregter Kommunikation und Information beitragen?
Bildcredit: ÖVP