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Gefälschte Bewegtbilder haben enge rechtliche Grenzen

 

Der Begriff „Deepfake“ setzt sich aus den Wörtern „Deep Learning“ und „Fake“ zusammen. Es geht also darum, dass mit Hilfe künstlicher Intelligenz das Audio- und Videomaterial zu einer Person so verändert werden kann, dass Äußerungen der Person in den Mund gelegt werden, die sie so niemals gesagt hat. Diese Innovation ist für die Werbe- und Filmbranche interessant, weil damit viel beschäftigte Berühmtheiten oder bereits verstorbene Personen dargestellt werden können. Laut Artikel in der  Presse  vom 29. Oktober wurden bereits dem US-Ex-Präsidenten Barack Obama Worte in einem politischen Video in den Mund gelegt, die er in diesem Zusammenhang nicht verwendet hat. Ebenso wurde mit dieser Technik die Schauspielerin Carrie Fisher für ihre Rolle als Prinzessin Leia im letzten Star-Wars-Film wieder zum Leben erweckt.

Rechtlich ist so etwas auf Grund des Urheberrechtsgesetzes nur mit Einwilligung der abgebildeten Person möglich. Bei bereits verstorbenen Berühmtheiten können laut dem Presseartikel zumindest die Erben Unterlassungsansprüche geltend machen. Neben dem UrhG kommt aber auch die seit Mai 2018 geltende Datenschutz-Grundverordnung zur Geltung, wenn es sich um Fotos oder Videos – auch gefälscht (!) – von identifizierbaren natürlichen Personen handelt. Wer keine Einwilligung von ihr vorweisen kann, kann mit einer Geldstrafe von bis zu 20 Millionen Euro rechnen.

Als Beispiel sei hier zitiert aus „Selig, die sehen und doch nicht glauben“ („Die Presse“, 29.10.2018, S. 14): „Wer etwa Marlon Brando zum Leben erwecken will und daher seine Deepfake-Software mit alten Brando-Filmen füttert, benötigt dafür eine Lizenz der Rechteinhaber – dies gilt selbst dann, wenn im Deepfake-Video kein einziger Ausschnitt aus den alten Brando-Filmen zu sehen ist. Ansonsten würde der Hersteller des Deepfake-Videos eine Urheberrechtsverletzung begehen, für die die Rechteinhaber einen Schadenersatz in der Höhe der doppelten angemessenen Lizenzgebühr fordern können.“

Bildcredit: Pixabay