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Hinter den Kulissen wird emsig ein neuer Programmchef für den ORF gesucht

 

Es ist die große Geschichte, über die die Branche munkelt: Wenn nach Ende der EU-Präsidentschaft die Regierung das wohl heikelste medienpolitische Thema des Landes – nämlich die Neustrukturierung des ORF – angehen wird, dann stehen massive Veränderungen ins Haus. Frei nach dem Motto „Alles ist möglich, aber nix is’ fix“ laufen jetzt bereits – verdeckt und top secret – hinter den Kulissen Verhandlungen für die Positionen der Schlüsseljobs. Was bisher durchgesickert ist: Ein Vierer-Vorstand wird künftig den ORF leiten. Mit geteilten Aufgaben. Jene die avanciert sind und als Channelmanager agieren, sprich Lisa Totzauer und Alexander Hofer, haben gute Chancen, dort einzuziehen. Auch Rainer Nowak, Presse-Herausgeber, wird intensiv gehandelt Teil des neuen ORF-Vorstands zu werden. Hinter vorgehaltener Hand munkelt man, dass Alexander Wrabetz seine Amtszeit wohl nicht ein viertes Mal prolongieren wird. Und wenn doch, dann nur mit geteilter Verantwortung. Gar nicht im Sinne des „Alleinherrschers“. Doch diesbezüglich gilt es, Vorsicht walten zu lassen. Denn immer dann, wenn Wrabetz tot gesagt wurde, stieg der wie Phoenix aus der Asche.

Gezählt scheinen auch die Tage von Kathrin Zechner zu sein. Wie wohl die stets betonte, unabhängig zu sein, weiß jeder, dass sie mit der – politisch verwichenen – mächtigsten Frau Wiens, Renate Brauner, eine gute Unterstützerin hatte und mit der Wiener SPÖ bestens vernetzt war. Wer also soll auf Zechner folgen? Aus Regierungskreisen tönt es, dass der bestens vernetzte Martin Gastinger, ehemals ATV Chef, in intensiven Gesprächen abgecheckt wird. Gastinger, den ExtraDienst-Lesern bestens bekannt, versuchte sich nach der Übernahme von ATV durch die ProSiebenSat.1 PULS 4 Gruppe als Verleger der MG Mediengruppe. Ein kurzes Gastspiel, das am ersten Oktober begann und am 30. November 2017 abrupt endete. Aus hygienischen Gründen wird der ExtraDienst sich über die „Performance Gastinger“ in dieser Zeit definitiv nicht verbreitern.

Doch Gastinger hat viele Feinde. Die wenigstens in der ExtraDienst Redaktion, obwohl man anderes erwarten mag. Und die antichambrieren im Moment intensiv, um seine Bestellung zu verhindern. Der ORF-General mit seinen Vasallen ist bei diesen Entscheidungen außen vor. Denn die trifft definitiv nicht er, sondern jene, die künftig im ORF das Sagen haben. Und wiewohl der eine Stiftung ist, ist klar, wer dort künftig an den Rädern dreht. Es sind Kurz, Blüml, Strache und Co. Sprich, die Mächtigen der Regierung, die sich nun ausschnapsen und abstimmen, wohin das größte Medienunternehmen Österreichs steuern wird. ORF intern verlautet jedenfalls, dass man ein Fallen der Gebühren, eine Reduktion der Mittel, einen massiven Abbau des Personals, einen Verlust diverser Sender und sohin einen substanziellen Schrumpfungsprozess der größten Medienorgel des Landes (© Gerd Bacher) befürchtet. Für Spannung ist jedenfalls – insbesondere unter dem Aspekt der Sammelklagen, die auf die GIS hereinbrechen – derzeit gesorgt.

Telekratius

Bildcredit: Pixabay