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So brutal wird die "Blutwiese" auf ATV 

In der geplanten Sendung tragen zwei Menschen ihre Konflikte mit Fäusten aus.

Große Aufregung und heftige Empörung rund um das neue Serienformat mit dem Arbeitstitel „Blutwiese“, das demnächst im Privatfernsehsender ATV zu sehen sein wird und für gute Quoten sorgen soll. Die Idee dahinter: Zwei ehemalige Freunde bekommen die Gelegenheit, ihren Groll aufeinander im Rahmen eines Boxkampfes aufzulösen. Bevor es soweit kommt, trainieren die Kontrahenten einige Wochen lang unter professioneller Anleitung.  Die Vorbereitungen auf den Kampf, das mühevolle Training und die persönlichen Differenzen der Kontrahenten sind die dramaturgischen Zutaten für den erhofften Erfolg beim Fernsehpublikum. Wer gewinnt, bekommt im Streitgrund Recht.

Kampfsporttraining mit Profis

Die Sendung befindet sich bereits in der Produktionsphase, wie ExtraDienst in Erfahrung bringen konnte. Thaibox-Champion Fadi Merza und „Muay Thai“-Meister David Keclik nehmen jeweils einen der beiden Kontrahenten unter ihre Fittiche und bereiten die Teilnehmer acht Wochen lang auf den entscheidenden Kampf vor.  Der wird übrigens mit allen erdenklichen Schutzvorrichtungen für die beteiligten Amateure in einem Ring  nach Kickbox-Regeln ausgetragen werden. Falls es überhaupt soweit kommt: denn nicht alle Kandidaten halten das beinharte Training unter Fadi Merza aus. Einige müssen vorzeitig aufgeben – so viel kann verraten werden.

Echtes Blut kann fließen

Persönliche Konflikte mit Mitteln der Gewalt auszutragen, widerspricht so ziemlich allen pädagogischen Erkenntnissen der letzten 100 Jahre. ExtraDienst hat Fadi Merza am Telefon erreicht und ihn um seine Meinung zu der teils heftig geführten Kontroverse über das Sendungsformat befragt.  Für Merza sind die Argumente der Kritiker nicht nachvollziehbar. Schon alleine wegen der „sportlichen Natur“ der auszutragenden Kämpfe. Das professionelle Coaching, offizielle Kampfregeln und Profi-Schiedsrichter, die alles überwachen, sorgen, so kalmiert Merza, für Sicherheit. Echtes Blut wird freilich fließen, dessen ist sich Merza bewusst.

Wer gewinnt, bekommt Recht

Dennoch glaubt Merza fest daran, dass sich nach der Prügelei im Ring eine neue Freundschaft zwischen den verfeindeten Kontrahenten entwickeln kann: „Für mich ist ein Kampf im Ring die fairste Art und Weise, um Konflikte aus den Weg zu räumen, wenn eine verbale Lösung nicht mehr möglich ist.“

 Es stellt sich die Frage, warum ein unterlegener Kontrahent, der möglicherweise blutend am Boden liegt , seinem ehemals besten Feind nachher die Hand reichen und obendrauf auch noch Recht in der Sache geben soll? ATV schreibt vor: „Wer gewinnt, bekommt im Streitgrund Recht.“ Vielleicht wäre es ehrlicher zu sagen: Der physisch Stärkere unterjocht den gedemütigten Gegenspieler. Ein wildes Spektakel wartet auf die Branche im irrwitzigen Quotenkampf der verzweifelten TV-Macher.

Bildcredit: pixabay/RyanMcGuire