Skip to content. | Skip to navigation

© MWC

Mobilfunkmesse in Barcelona eröffnet

Die meisten Smartphone-Hersteller präsentierten ihre Neuheiten bereits. 

In Barcelona hat Montagfrüh die Mobilfunkmesse Mobile World Congress begonnen. Im Mittelpunkt der viertägigen Schau stehen technische Neuerungen wie faltbare Handys sowie Smartphones für den neuen Mobilfunkstandard 5G. Auf der Messe in der spanischen Metropole werden heuer mehr als 100.000 Besucher erwartet.

Lange wurde auf den superschnellen Datenfunk gewartet, jetzt ist er zum Greifen nah. Und im frühlingshaften Barcelona zeigt sich die Branche euphorisiert angesichts der Chancen und Möglichkeiten, die die nächste Mobilfunkgeneration mit sich bringen soll. Da wären zunächst einmal Internet-Geschwindigkeiten, mit denen sich ein Film binnen weniger Sekunden herunterladen lässt. Oder so kurze Reaktionszeiten, dass sich Industriemaschinen und sogar Autos aus der Ferne steuern ließen. Ein Ende der Kapazitätsengpässe für Netzbetreiber. Die Vernetzung aller möglichen Technik außerhalb von WLAN-Verbindungen. Und schließlich eine neue Ära für Anbieter von Apps und Diensten - weil jeder immer mit der Cloud verbunden ist.

Die meisten Smartphone-Hersteller präsentierten ihre Neuheiten bereits am Sonntagabend - etwa Huawei sein faltbares Handy. Die beiden großen Wettbewerber Apple und Samsung sind auf der Mobile World nicht vertreten. Der iPhone-Hersteller Apple lässt die Messe wie bereits in den vergangenen Jahren aus, Samsung sicherte sich die Aufmerksamkeit für sein neues Falt-Handy Galaxy Fold mit der Präsentation bereits am Donnerstag vor Beginn der Messe.

Die Geräte-Neuheiten, mit denen die Hersteller auf dem Mobile World Congress um die Aufmerksamkeit buhlen, lenkten von dem eigentlichen Thema der Messe ab, sagt Roman Friedrich, Analyst bei der Boston Consulting Group. "Faltbare Smartphones adressieren keinen Massenmarkt." Das eigentlich Neue würden erste Anwendungen auf dem 5G-Netz sein. Im Fokus stehen dürften Fragen, wie wir Maschinen und Roboter steuern und Industrieabläufe effizienter gestalten können.

Die hitzige Diskussion um mögliche Sicherheitsrisiken durch Huawei wird nach Einschätzung Friedrichs "fast hysterisch geführt". Möglicherweise gebe es in der Debatte um Sicherheitslücken "einen wahren Kern", es herrsche aber ein deutliches "Erkenntnisdefizit". Mit 5G gingen grundlegende strukturelle Veränderungen einher. "Wir werden erst jetzt die Digitalisierung der Gesellschaft vollständig erleben", sagt Friedrich. Probleme der Datensicherheit seien "seit Jahren bekannt". Die Diskussion darum werde aber "von der Substanz entkoppelt" geführt.

(APA/red)