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Hamburger Staatsanwaltschaft prüft Betrugsverdacht

 

Die Affäre um den Ex-Spiegel-Redakteur Claas Relotius spitzt sich zu und ist nun ein Fall für die Justiz. Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat ein Vor-Ermittlungsverfahren gegen den Reporter eingeleitet und wird darüber entscheiden, ob ein begründeter Anfangsverdacht des Betrugs besteht. Nana Frombach, Sprecherin der Staatsanwaltschaften Hamburg erklärte gegenüber MEEDIA: „Inhaltlich geht es um den Umgang des Beschuldigten mit Spendengeldern im Zusammenhang mit ganz oder teilweise erfundenen Reportagen“. Dabei ging es um gesammelte Spendengelder von Relotius, die einem Gemeindezentrum im Nordirak zugute gekommen sind. Die Pressesprecherin wies darauf hin, dass die Strafanzeige des Spiegel noch geprüft werden muss, erst dann wird man sich mit möglichen Ermittlungen beschäftigen.

Anfang Jänner hatte der Spiegel-Verlag mitgeteilt, dass „alle bisherigen Erkenntnisse und Hinweise zur möglichen Veruntreuung von Spenden durch Relotius an die Staatsanwaltschaft” geschickt wurden.

Begonnen hatte der Verdacht bereits Mitte Dezember, als der Spiegel öffentlich machte, dass Relotius über Jahre hinweg Reportagen und Interviews manipuliert und gefälscht hat. Auch andere Medien, wie „Cicero“ die „Neue Zürcher Zeitung am Sonntag“ die „taz“, die „Welt“ und das „Profil“ für die der 33-Jährige schrieb, sind betroffen. An der Aufklärung des Falles arbeitet beim Spiegel-Verlag seit Anfang Jänner eine von Chef Steffen Klusmann eingesetzte dreiköpfige Kommission. Sie besteht aus der freien Journalistin Brigitte Fehrle, Nachrichtenchef Stefan Weigel sowie Interims-Blattmacher Clemens Höges.

MH

 

Bildcredit: Der Spiegel / Noshe