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Funke vs. Krone: Jetzt fliegen die Fetzen

Dichand beklagt "kreditschädigende Anschuldigungen“ und stemmt sich gegen „Machtübernahme“.

In der Auseinandersetzung zwischen Krone-Hälfteeigentümer Christoph Dichand und der ursprünglich beteiligten Firma WAZ (jetzt Funke Mediengruppe) fliegen die Fetzen. Was Mitbewerber Österreich weidlich ausnützt. Die jahrelang gepflegte Informationssperre, die noble Zurückhaltung der handelnden Personen, und der Versuch, Probleme intern zu lösen, ist über Nacht aufgegeben worden.

Anlässe: Einerseits die Beteiligung der Signa Gruppe an den Funke-Anteilen, die dieser Tage bevorstehende Prüfung durch ein Schiedsgericht sowie massive Attacken, was vermeintliches Fehlverhalten von Christoph Dichand in der Gesellschaft betrifft.

Jetzt sind die Maulkörbe alle gefallen. Erstmals spricht Dichand-Anwältin Huberta Gheneff im Standard Klartext. Kündigt rechtliche Schritte gegen die Funke-Gruppe, aber auch gegen den Mitbewerb an. Und meint an die Adresse von Wolfgang Fellner wörtlich, dass die Vorwürfe „absurd“ und „kreditschädigend“ seien und „gerichtliche Folgen haben“ würden.

Fazit: Jetzt geht’s dort ans Eingemachte.

Hintergründe

Der Herausgeber und Chefredakteur der "Kronen Zeitung", Christoph Dichand, hat am Freitag eine "Ausschlussklage" gegen den deutschen Miteigentümer Funke angekündigt. Dichand wirft der Funke-Gruppe, die unter anderem die Westdeutsche Allgemeine Zeitung herausgibt, "zahlreiche Treuwidrigkeiten" vor. Er beklagt "kreditschädigende Anschuldigungen" und den Versuch, ihn als Chefredakteur abzusetzen.

"Dies ist ein Angriff auf die Unabhängigkeit der Krone und ihrer Redaktion - und damit letztlich auch auf die Pressefreiheit", so Dichand in einer Aussendung. Außerdem kritisierte er "Finanzinvestoren", die die Krone "unter ihre Kontrolle bringen und ein laufendes Schiedsverfahren negativ beeinflussen wollen". Damit spielt Dichand auf den Immobilieninvestor Rene Benko an, der im Vorjahr bei der Funke-Beteiligung an der Krone eingestiegen ist, ohne seinen Namen allerdings direkt zu nennen.

"Die Krone ist kein Spekulationsobjekt, sondern eine unabhängige Zeitung", sagt Dichand weiter. Er habe eine Verantwortung für die Arbeitsplätze der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses und diese Verantwortung werde er wahrnehmen. "Die Sicherstellung dieser Unabhängigkeit ist ein Vermächtnis und Auftrag meines Vaters. Ich nehme diese Verpflichtung ernst und werde sie gemeinsam mit der Redaktion mit aller Kraft verteidigen", so Dichand.

Die von der "Funke"-Gruppe gegen ihn erhobenen Vorwürfe bezeichnet Dichand als "konstruierte Behauptungen".

 

APA/red/cwm/kr – 22.3.2019

Bildcredit: User: Trainler / de.wikipedia.org