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© Pixabay/MrRomanelli

Facebook droht Milliardenstrafe in den USA

Das Unternehmen verhandelt mit einer US-Verbraucherschutzbehöre wegen der Weitergabe von Daten.

Laut einem Zeitungsbericht der Washington Post am 14. Februar muss Facebook wegen Datenschutzverstößen in den USA möglicherweise ein Milliardenbußgeld bezahlen. Die US-Verbraucherschutzbehörde Federal Trade Commission und das Unternehmen verhandeln derzeit über eine Einigung in dem Streit. Auslöser der Debatte ist die Weitergabe der Daten von 87 Millionen Nutzern an die bereits aufgelöste britische Beratungsfirma Cambridge Analytica. Untersucht wird, ob Facebook mit der Weitergabe von Nutzerdaten an Cambridge Analytica und andere gegen ein Datenschutzgesetz von 2011 verstoßen hat.

"Seit dem Cambridge-Analytica-Skandal ist das Image von Facebook angekratzt, man sieht es an den Börsenkursen. Facebook muss jetzt seine Strategien ändern. Privatsphäre wird zu einem immer entscheidenderen Faktor, mit dem die Akzeptanz von sozialen Medien steht und fällt", erklärt Markus Hübner, Social-Media-Experte und CEO der Kommunikationsagentur Brandflow, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur pressetext.

Hübner gibt zu Bedenken, dass sich die Medienlandschaft seit dem Aufstieg von Facebook verändert hat. "Früher fiel der Datenschutz in der Öffentlichkeit weniger ins Gewicht, doch jetzt sieht man das Ausmaß der Datennutzung in sozialen Medien. Das hat ein Umdenken bewirkt, Kunden überlegen sich zweimal, wo sie sich anmelden. Ich hoffe, dass Facebook in dieser Sache einlenkt. Mark Zuckerberg hat seine Aktionäre immer wieder mit PR-Meldungen beruhigt, aber die Ankündigungen werden noch wenig in der Praxis umgesetzt. Hoffentlich ist das Urteil der Auslöser für eine andere Linie."

Facebook verhandelt momentan noch mit der Behörde. Hübner räumt die Möglichkeit ein, dass der Konzern die Strafe zahlen wird, was er aber nicht unbedingt positiv sieht: "Es kann leider sein, dass Facebook sich diese Strafen einfach leisten kann. Der Aktienkurs hat sich schon jetzt wieder beträchtlich erholt. Es gab in den letzten Jahren schon einige Skandale bei Facebook, doch die verschwinden leider nach ein paar Wochen in der Versenkung. Ich glaube, Facebook wird die Strafe zahlen. Es wird sich weisen, ob Facebook deswegen seinen Umgang mit Kundendaten ändert, aber ich bin da skeptisch. Es bräuchte hier nämlich einen tiefgründigen Wandel, nicht nur auf technischer Ebene, sondern auch in der DNA des Unternehmens. Nur so kann Facebook sein Image reparieren."

Laut zweier Personen, die mit dem Vorgang vertraut sind, könnte es mit mehreren Milliarden Dollar die bisher größte Strafe für ein Technologieunternehmen sein. Facebook erklärte, das Unternehmen arbeite mit der Aufsichtsbehörde zusammen, lehnte weitergehende Äußerungen jedoch ab. Indes nahm die Aufsicht keine Stellung zu dem Bericht.

Bis dato musste die börsennotierte US-amerikanische Holding Alphabet Inc., gleichzeitig Mutterfirma von Google, im Jahr 2012 mit 22,5 Millionen Dollar die bisher größte Strafe bezahlen, die wegen Datenschutzvergehen verhängt wurde.

Bildcredit: Pixabay/MrRomanelli