Löschung heißt nicht unbedingt Vernichtung. Oft reicht die Anonymisierung der Inhalte
Datenschutz-Debatte neu entflammt
Löschen heißt nicht gleich vernichten

 

Löschung heißt nicht unbedingt Vernichtung. Oft reicht die Anonymisierung der Inhalte

 

Vergangenen Juli hatte ein Österreicher von seiner ehemaligen Versicherung verlangt, alle über ihn gespeicherten Daten unverzüglich zu löschen. Die Versicherung löschte E-Mail-Adresse, Telefonnummer sowie Angaben über ein einst erbetenes Versicherungsangebot und stoppte alle Werbezusendungen. Name und Adresse wurden allerdings durch "Max Mustermann" mit einer Musteradresse ersetzt, und Informationen über zwei frühere Versicherungsverträge blieben offenbar erhalten.

Eine endgültige Vernichtung aller Daten wurde erst für März 2019 in Aussicht gestellt. Der Kunde bestand aber auf einer sofortigen Löschung und beschwerte sich bei der Datenschutzbehörde. Sie hat zugunsten der Versicherung entschieden. Die Behörde weist in ihrer Entscheidung darauf hin, dass Artikel 17 der DSGVO ein Recht auf Löschung personenbezogener Daten vorsieht. Gleichzeitig zählt die DSGVO in Artikel 4 Ziffer 2 Datenverarbeitungsmethoden auf, darunter "das Löschen oder die Vernichtung". Folglich seien Löschung und Vernichtung nicht identisch. Es liege im Ermessen des Verantwortlichen der Datenverarbeitung, die Löschmethode zu bestimmen.

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