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ÖWR-Präsident Michael Straberege und Louisa Boehringer

 

18 Kampagnen wurden letztes Jahr gestoppt

Geschlechterdiskriminierung war auch im vergangenen Jahr wieder der häufigste Grund für Beschwerden. Der Werberat hatte 504 Beschwerden zu bearbeiten, wovon zu 228 Fällen Entscheidungen getroffen wurden. Zu den 18 gestoppten Kampagnen zählten unter anderem die „Osterhöschen“ von Palmers, der „Fleisch, woher kommst du?“-Comic der AMA, in dem Tiere Kindern erklären, dass es ihre Aufgabe sei, zu Fleisch verarbeitet zu werden oder auch die Kampagne der Arbeiterkammer Oberösterreich, bei der ein Chef sich ausschließlich für seine Boni und nicht für die Mitarbeiter interessierte. In 23 weiteren Fällen forderte das Gremium ein, sensibler vorzugehen, beispielsweise bei der XXXLutz-Werbung, in der einer Großmutter mit dem Heim gedroht wurde. Bei 74 Fällen war kein Einschreiten nötig. Weitere 35 Beschwerden wurden zum PR-Ethikrat, dem Verein für Konsumentenschutz oder den Verband für unlauteren Wettbewerb. 27-mal handelte es sich nicht um Wirtschaftswerbung.

 Bevölkerung in ethischen Fragen sehr sensibel

Die Sensibilität der Bevölkerung bei ethischen Fragen sei hoch wie nie zuvor, sagte Werberat-Präsident Michael Straberge gegenüber dem Standard. Zum Vergleich: 2016 waren nur 308 Beschwerden eingegangen, wovon es bei 11 zum Kampagnenstopp kam. An Beschwerdegründen folgte nach Geschlechterdiskriminierung im thematischen Häufigkeitsranking Ethik und Moral, dann Irreführung und Täuschung, Rechtswidriges Werbeumfeld (hier geht es um Sujets auf illegalen Online-Umfeldern), Gefährdung von Kindern und Jugendlichen sowie Gewalt. Die Möglichkeit, eine Kampagne vorab vertraulich vom Werberat begutachten zu lassen, nutzen bisher etwa drei bis vier Firmen im Monat.

 

Bildcredit: ÖWR/Katharina Schiffl