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Netflix wirbelt Europas TV-Sektor durcheinander

Das Unternehmen investiert auf Druck der EU in europäische Produktionen.
© Pixabay

Die französische Netflix-Produktion „Lupin“ avancierte in vielen Ländern schnell zur meistgesehenen Serie des Streamingdienstes. Dieser Erfolg steht exemplarisch für die Strategie des US-Unternehmens – und dafür, wie es den europäischen TV-Sektor aufwirbelt, in den man enorme Summen investiert.

Nach Angaben des Unternehmens befinden sich in der EU derzeit rund hundert Filme und Serien in verschiedenen Produktionsstadien. Eigenständige Produktionsteams sind in Frankreich, Spanien, Deutschland und Italien angesiedelt. Allerdings hat das Unternehmen genau wie seine Konkurrenten Disney+ und Amazon Prime eigentlich keine Wahl: Seit 2018 schreibt eine EU-Richtlinie vor, dass die Plattformen ihren Abonnenten mindestens 30 Prozent europäische Inhalte anbieten und in lokale Produktionen investieren müssen.

Entstanden ist so ein Modell, das sich radikal vom alten Hollywood unterscheidet, dessen Produktionsfirmen ihre US-Blockbuster und -Serien ohne Interesse an lokalen Produktionen auf den Markt brachten. Aber Qualitätsinhalte kosten Geld, was die Produktionsfirmen dazu zwingt, sich zusammenzuschließen. Elly Vervloet ist bei VRT verantwortlich für internationale Produktionen und damit an vorderster Front dieser neuen Dynamik. Im Rahmen des Verbandes Europäische Rundfunkunion hat sie eine Initiative geschaffen, die Gelder bündelt, um Sendern teure Projekte zu ermöglichen – und Netflix so die Stirn zu bieten.

Wenn die Koproduktion nicht klappt, sagt Vervloet, sei das US-Unternehmen dennoch ein „guter Partner“. „Aber man muss hart verhandeln“, etwa über Rechte und Branding. „Außerdem sind Inhalte, die an eine Plattform verkauft wurden, für andere öffentlich-rechtliche Sender weniger zugänglich, und das ist die Sorge auf europäischer Ebene.“

 

APA/Red.

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