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Mordfall Galizia: Drei Rücktritte in Malta

In den Fall um die vor zwei Jahren ermordete Journalistin Caruana Galizia kommt Bewegung.
© pixabay.com / GDJ

Im Zusammenhang mit dem Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia (ExtraDienst berichtete) sind am Dienstag in Malta der Büroleiter des Regierungschefs Josef Muscat, Keith Schembri, sowie der Tourismusminister Konrad Mizzi zurückgetreten. Der Wirtschaftsminister Chris Cardona will sich indes aus der Regierung zurückziehen, bis die Causa geklärt ist. Alle drei stritten jegliche Verwicklungen in den Fall ab.

Die Polizei des kleinsten EU-Landes teilte am Dienstag mit, dass zum Mordfall Caruana Galizia weitere Personen vernommen würden. Der Druck auf Muscats rechte Hand war in der vorigen Woche gestiegen, als ein als Hintermann des Mordes verdächtigter Geschäftsmann festgenommen wurde. Yorgen Fenech wurde am 20. November von der Küstenwache abgefangen, als er Malta in aller Früh auf seiner Jacht verlassen wollte.

Briefkastenfirmen in Panama

Fenech ist Mitbesitzer unter anderem des Energieunternehmens Electrogas und Besitzer der in Dubai ansässigen Offshore-Gesellschaft „17 Black“, über die Galizia vor ihrem Tod berichtet hatte. Der Journalistin zufolge stand die Firma in Beziehung zu maltesischen Politikern. Schembri sowie der frühere Energie- und heutige Tourismusminister Mizzi werden verdächtigt, von dem Mann Geld erhalten zu haben. Beide haben dies zurückgewiesen.

Aus vor Gericht veröffentlichten E-Mails schien hervorzugehen, dass der damalige Energieminister Mizzi und Muscats bisheriger Büroleiter Schembri Firmen in Panama unterhielten, die Zahlungen von „17 Black“ erhalten haben sollen. Demnach soll es Zahlungen von tausenden Euro täglich für nicht näher genannte Dienste gegeben haben.

Caruana Galizia hatte unter anderem enthüllt, dass Mizzi und Schembri Briefkastenfirmen in Panama unterhielten, und sie hatte über die Aktivitäten des festgenommenen Geschäftsmanns geschrieben.

Mizzi erklärte nun am Dienstag vor Journalisten in Valletta: „Ich sah es als meine Pflicht an, als Minister zurückzutreten, damit die Regierung ihre Amtszeit vollenden kann.“

 

APA / RED

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