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Mehr Medienkompetenz für die Jugend

„Lern.Film.Studio“ will Jugendlichen kritischen Umgang mit klassischen und modernen Medien vermitteln
© Pixabay

Um Jugendliche in Sachen Medienkompetenz zu unterstützen hat sich der Verein Lern.Film.Studio gegründet

Es hat sich ein neuer Verein namens „Lern.Film.Studio“ gegründet. Dieser will in einem Zeitraum von zwei Jahren ein Jugendprojekt umsetzen, bei dem Jugendliche Bewusstsein für kritischen Journalismus entwickeln sollen. Bis zu 500 Salzburger Jugendliche sollen mit Videoprojekten und Workshops Recherchetechniken erlernen. Darüber hinaus sollen die Teilnehmenden auch praktische Erfahrungen sammeln. Im Lern.Film.Studio soll ihnen daher der technische Umgang mit Kameras und Schnittprogrammen vermittelt werden. „Die Schüler werden in der praktischen Projektarbeit angeleitet, ihre eigenen Geschichten zu erzählen beziehungsweise die Themen der Filme und Dokus selbst auszuwählen. Zudem sollen sie angeregt werden, sich auf kreative Weise mit aktuellen Themen aus ihrem Alltag auseinanderzusetzen und gleichzeitig ihr Selbstwertgefühl zu stärken“, so Susanne Radke, Journalistin und Obfrau des Vereins in einer Pressekonferenz.

Doch das ist noch nicht alles. So wickelt das Lern.Film.Studio zwei große Projekte parallel ab. Zum einen das aus dem EU-Programm Erasmus+ geförderte Projekt „Wia geht’s uns?“, bei dem eine Gruppe Jugendlicher über einen zweijährigen Zeitraum die Auswirkungen der Coronakrise auf die Jugend in Salzburg erforscht. Und zum anderen „Jugend macht Filmdokus – Lasst uns einen Film machen“, welches ein Leaderprojekt ist, das von drei Leaderregionen (Langau, Pongau und Salzburger Seenland) unterstützt wird. Zurzeit sind im Land Salzburg in dieses EU-Leaderprojekt zehn Schulen aktiv eingebunden. Dem Verein stehen für diese Projekte insgesamt 175.000 Euro zur Verfügung.

Unterstützung vom Privatsender RTS

Die journalistischen Kurse und technischen sowie gestalterischen Schulungen der Jugendlichen übernimmt der Privatsender RTS in Zusammenarbeit mit dem unabhängigen Verein Lern.Film.Studio. Dafür stellt RTS den Jugendlichen ein Fernsehstudio samt Infrastruktur zur Verfügung. Darüber hinaus will der Privatsender die Filme der Teilnehmenden ausstrahlen, um der filmischen Arbeit Aufmerksamkeit zu verschaffen. „Wenn es uns gelingt zu vermitteln, dass Quellen und Nachrichten gerade aus dem Netz grundsätzlich kritisch hinterfragt werden müssen, dann haben wir schon viel gewonnen“, so Verstandsmitglied und RTS-Chefredakteur Marius Holzer, welcher eine kritische Haltung gegenüber den Nachrichten aus dem Internet als zentrale Vermittlungsbotschaft ansieht.
Zudem sollen die Jugendlichen eine wissenschaftliche Begleitung bekommen von Thomas Steinmaurer, Kommunikationswissenschaftler an der Universität Salzburg und Vorstandsmitglied im Lern.Film.Studio. „Uns interessiert, wie schnell die Jugendlichen lernen, Quellen zu vergleichen und zu hinterfragen. Fake-News verbreiten sich in sozialen Medien sechsmal so schnell wie auf konventionellen Wegen. Das macht sie so gefährlich für die Demokratie, und dem ist entschlossen entgegenzutreten“, so Steinmaurer.

Neue Medien, neue Denkweise

Andrea Klambauer, die für Jugend zuständige Landesrätin, sagte diesbezüglich: „In der jungen Generation spielen die klassischen Medien kaum noch eine Rolle. Stattdessen gibt es eine unübersichtliche Vielzahl von Kanälen, in denen die Unterscheidung zwischen realer und virtueller Welt schwierig ist. Darauf muss in der Vermittlung von Medienkompetenz eingegangen werden.“ Auch die Bildungslandesrätin Daniela Gutschi (ÖVP) ergänzte, das Lern.Film.Studio sei ein zukunftsweisendes Konzept gegen gezielte Desinformation. „Wir unterstützen diese Einrichtung als perfekte Antwort auf Fake-News aller Art und mangelnde Medienkompetenz vieler Jugendlicher.“

APA/ Red.

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