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Kulinarische Bruchlandung

Die Pandemie sorgte für einen Boom bei Zustellservices für Essen. Mit „Mjam“ und „Lieferando“ teilen sich zwei internationale Konzerne den heimischen Markt. Essen wie im Restaurant? EXTRADIENST wagte den Test – mit wenig g‘schmackigen Ergebnissen.
© Adobe Stock

Das Kebap schmeckt wie ein toter Hund. Hühnchensalat mit Feta, der den Chefredakteur einer Tageszeitung zum Kotzen bringt. Pizza, die an Reifengummi erinnert. Burger aus Fleisch, das lange im Kryo-Tiefschlaf dämmerte, bevor es an ahnungslose Konsumenten verfüttert wird. Horror-Stories, Unzufriedenheit, eine Qualität nahe an der Körperverletzung – die Nahrung, die Lieferservices ins Haus bringen, sind nicht immer ein kulinarischer Genuss. Die Sorglosigkeit in Sachen Qualität der Speisen, die „Mjam“ und „Lieferando“ in die österreichischen Haushalte bringen, ist nicht verwunderlich. Wer einen Blick auf die Kundenservice-Seite von „Lieferando“ im Internet wirft, wird eine Bestellung vielleicht überdenken. Denn jegliche Haftung oder Qualitätsgarantie wird im Vorhinein abgelehnt. Im Wortlaut: „Lieferando.at ist Vermittler und fungiert als Instanz zwischen Ihrer Bestellung und dem Lieferdienst. Lieferando.at schickt lediglich Ihre Onlinebestellung zu dem von Ihnen ausgewählten Lieferdienst. Das bedeutet, dass wir keinen Einfluss auf die Qualität und den Service der Lieferung haben.“ Haftung ausgeschlossen. Egal, wie mangelhaft oder grausam der Geschmack ist – „Lieferando“ entlässt sich selbst aus der Verantwortung. Ähnlich sind die Geschäftsbedingungen von „Mjam“. Die beiden internationalen Player agieren also bloß als Botendienste. Doch wenn man fett an Corona verdient – könnte man dann nicht auch auf die Qualität dessen, was man verteilt, ein Auge werfen? Oder ist das zu viel verlangt?
Der „Lieferando“-Mutterkonzern „Takeaway“ firmiert im niederländischen Amsterdam. Er hat den ursprünglich eigenständigen deutschen Bestellservice im Jahr 2014 übernommen – und damit auch den Österreich-Teil. Von Belgien über die Schweiz und Bulgarien bis nach Vietnam (!) reicht das Firmengeflecht. Der Boom der Essenszustellung in Pandemie-Zeiten führte dazu, dass man noch im Dezember einhundert Botenfahrer suchte.
Allerdings nutzen die meisten Restaurants und Lokale die „Lieferando“-Seite bloß als Bestellplattform und nicht den orangen Lieferdienst. Verständlich, denn bei einer Order samt Lieferung durch Boten des Konzerns fallen bis zu 30% des Bestellwerts an Provision an. Erfolgt die Zustellung nicht durch die „Lieferando“-Fahrradkuriere (wie bei unserem Test), dann bezahlen Gastro-Unternehmer bloß zwölf Prozent Gebühr. Das sei, so „Lieferando“, bei mehr als 90% der Bestellungen der Fall. Wenn das Essen persönlich im Lokal abgeholt wird, verdient „Lieferando“ nichts. Laut eigenen Angaben vermittelt man pro Monat eine halbe Million Bestellungen an 3.000 Restaurants in Österreich und generiert damit bis zu 100.000 Euro Jahresumsatz pro Restaurant. Zu einem Interview war man seitens „Lieferando“ nicht bereit…

Von Tanja Holz

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