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Künstliche Intelligenz keine Bedrohung für Journalisten

Man müsse künstliche Intelligenz nicht fürchten, dürfe aber deren Entwicklung nicht verschlafen.
© Pixabay

Künstliche Intelligenz stellt neue Herausforderungen an Journalisten.

Diese Einschätzung erlangten die Teilnehmer der Podiumsdiskussion, die am Donnerstagabend von der APA durchgeführt wurde. Thema der Diskussion war das Verhältnis von Journalismus zu Anwendungen auf Basis maschinellen Lernens.

„Journalisten müssen sich nicht Sorgen“

Im Journalismus sei Automatisierung und Unterstützung durch Maschinen nichts Neues, sagte Senior Researcher für Journalismusforschung am Leibniz-Institut für Medienforschung, Wiebke Loosen. Loosen meinte, es läge in der Hand der Medienhäuser, ob durch eine stärkere Implementierung von KI journalistische Arbeitsplätze wegzufallen drohen oder Journalisten lediglich von Routineaufgaben befreit werden. Das käme ganz auf die Strategie an. Laut  Jochen Leidner, Professor für Künstliche Intelligenz an der Hochschule Coburg wäre es möglich, dass der breite Einsatz von KI Arbeitsplätze vernichten könnte. Journalisten müssten sich darüber allerdings keine Sorgen machen, meinte Leidner. Eine Gefahr sieht er darin, dass manche Autoren stark investieren, um KI-gestützte Falschnachrichten in großer Zahl zu verbreiten. Diese Gefahr für die Demokratie müsse gebannt werden. Seiner Ansicht nach würde dies am besten im Verbund von Mensch mit Maschinenunterstützung funktionieren. Professor für Technologie- und Immaterialgüterrecht an der Universität Wien, Nikolaus Fargo sagte, dass die Europäische Kommission versucht, die Entwicklung von KI in Europa zu fördern. Dazu werden in den nächsten Jahren rund eine Milliarde Euro für Forschung zu diesem Gebiet investiert. Zudem strebe die Kommission eine weltweit einzigartige Regulierung an. Dabei sollen KI-Anwendungen in einem Stufenmodell auf ihre Gefährlichkeit eingeschätzt werden. Die Definition von KI sei allerdings extrem breit und die Abgrenzung schwierig. Davon werden laut Fargo die Juristen profitieren. Man könne nämlich darüber streiten, ob es sich um eine KI handelt und wenn ja, in welche Stufe sie gehört. Journalisten könnten künftig rechtlich stärker eingeschränkt sein. Für den Juristen sei es deswegen von zentraler Bedeutung viel arbeitsteiliger als bisher zu arbeiten, um den Entwicklungen im digitalen Bereich begegnen zu können. Für KI-Experten Leidner wäre es wichtig, dass an der Spracherkennung von Anwendungen auf Basis maschinellen Lernens gearbeitet wird. Österreichische Dialekte bzw. Sprachvarietäten müssen erkannt werden können. Sonst könnten ganze Länder ausgegrenzt werden.

Warnung vor „Daten-PR“

Für Loosen wäre es wichtiger klar auszuweisen, wer was auf welcher Grundlage produziert. Laut ihr gebe es keine neutralen Daten. Sie warnt vor „Daten-PR“. Das beschreibt die spezielle Aufbereitung von Daten, die Journalisten zu deren Nutzung animieren soll. Wichtig sei es Zusammenspiel von Mensch und Maschine genau zu beobachten. Redaktionen müsse die Macht bleiben, darüber zu entscheiden, was sie einsetzen und was sie lieber bleiben lassen.  Für einen Großteil des Publikums der Online-Diskussion stellt der Fakt, dass Journalismus immer stärker von Maschinen unterstützt wird kein Problem dar. Lediglich 21 Prozent finden diesen Vorgang bedenklich.

Neues Forschungsprojekt

Nähere Erkenntnisse soll ein vom Digitalisierungsministerium gefördertes Projekt namens AI.AT.Media liefern. Dabei arbeiten APA und die Joanneum Research Forschungsgesellschaft zusammen, um Potenziale und Problemstellungen von KI für den Medienbereich zu ergründen. Die Ergebnisse dazu sollen in den kommenden Monaten folgen.

APA/red

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