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Künstliche Intelligenz auf dem Vormarsch

Umfassende Analyse zur gegenwärtigen KI-Nutzung
© Pixabay

Die Künstliche Intelligenz wird auch für die österreichischen Medienbranche immer interessanter

Wie eine von APA-medialab und Joanneum Research im Auftrag des Innovations- und Technologieministeriums (BMK) durchgeführte umfassende Analyse zeigt, ist die Künstliche Intelligenz (KI) auch in der Medienbranche immer gefragter, was den Sektor vor große Herausforderungen stellt. Österreichische Medienhäuser zeigen bereits großes Interesse an der technischen Innovation, jedoch hat sie bisher kaum Eingang ins Tagesgeschäft gefunden.

Die Studie mit dem Namen „AI.AT.Media – AI and the Austrian Media Sector: Mapping the Landscape, Setting a Course“ identifiziert das Forschungspotenzial von KI im Medienbereich in Österreich, zeigt passende Handlungsoptionen für das Ausschöpfen des Potenzials auf und soll die Basis für künftige Kooperationen legen. Die Studie begann zunächst mit der Analyse von Forschungsliteratur und Anwendungsfällen. Anschließend wurden zwei Befragungen mit 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern als auch 33 Expertinnen und Experten durchgeführt. Im Rahmen der „MediaLap Days“ wurden die Ergebnisse zu vier Herausforderungen für die Forschung verdichtet.

Beschränkung auf technikaffine Bereiche

Wie die Analyse zeigt, ist derzeit die Beschäftigung mit KI auf technikaffine Bereiche in Medienunternehmen beschränkt. Dabei liegt der Fokus auf experimentellem Einsatz für klar abgegrenzte Bereiche. Dennoch wird das Potenzial für einen umfassenderen Einsatz erkannt und zahlreiche konkrete Anwendungsfälle wie Personalisierung von Inhalten, Sprach- und Bilderkennung oder automatische Inhaltsgenerierung genannt. Im Vergleich mit der Technologiebranche sind stärkere Vorbehalte bei Anwendungen, die direkt Rezipienten und Rezipientinnen betreffen, gegeben. Laut Studie liege das in vielen Fällen daran, dass Ergebnisse zwar bereits vorliegen, diese aber noch nicht den Qualitätsanforderungen im Journalismus entsprechen.

Somit seien bestmögliche Ergebnisse erreichbar, wenn heimische Nachrichtenunternehmen auch aufgrund der Kleinheit des österreichischen Medienmarkts auf Kooperationen setzen, um etwa auf ausreichend Trainingsdatensätze für Algorithmen zurückgreifen zu können. Aufgrund des Konkurrenzverhältnisses einzelner Player werde jedoch für eine reibungslose Zusammenarbeit ein Konzept für einen sicheren Datenraum benötigt. Auch wird empfohlen, dass Unternehmen wegen der zahlreichen Vorschriften rund um das Thema KI, von Anfang an rechtliche Expertise einbinden.

Identifizierte Herausforderungen

Eine der vier zentralen und im Zuge der Analyse identifizierten Herausforderungen wird der Umgang von KI-Werkzeugen mit regionalspezifischer Sprache gesehen. Mögliche Lösungsansätze zielen etwa auf bessere Kooperation österreichischer Medienunternehmen oder auf die Entwicklung von KI-Technologien, die mit geringeren Datenmengen umgehen können, ab. Als weitere Herausforderung wird die automatisierte Content-Erstellung gesehen. Vorhandene Systeme genügen journalistischen Ansprüchen noch nicht. So sind etwa der Komplexitätsgrad der generierten Inhalte, deren Tonalität sowie Dramaturgie weitere Baustellen. Die dritte und vierte Herausforderung befassen sich mit der Personalisierung von Inhalten und der KI als Assistenztechnologie in der Informationsbeschaffung und -strukturierung.

Die Studie bestätige den Mehrwert von KI für den Medienbereich und zeige auf, dass österreichische Forschung wichtige Technologien dazu beisteuern könne, heißt es seitens Heinz Mayer, dem Joanneum-Research-Geschäftsführer, in einer Aussendung. Clemens Pig, APA-Geschäftsführer, sieht in der KI  „eines der wichtigsten Entwicklungsfelder im digitalen Medienwandel“, wobei Kooperationslösungen ein „Schlüsselfaktor“ seien. 

APA/ Red.

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