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Krone: Rechte der Dichands zementiert

Das mittlerweile zehnte gewonnene Schiedsgericht sichert der Familie Dichand weiterhin Gewinn und Sagen bei Österreichs größter Tageszeitung.
© red

Nun muss ein Gericht klären, ob die Dichands durch Aufteilung des Erbes weniger Stimmrechte haben

Je 50 Prozent an der Krone halten die Familie Dechant und die deutsche Mediengruppe Funke, seit 2018 gemeinsam mit dem Immobilientycoon René Benko. Seit 2001 streiten die Dichands und die Funkes, damals natürlich noch Gründer Hans Dichand, über ihre Vereinbarungen von 1987, als sich die deutsche Mediengruppe unbedingt an der Krone beteiligen wollte. Zum Preis eines garantierten Gewinns für die Dichands von jährlich 7 Millionen Euro und der Zusicherung der alleinigen Führung und Besetzung der Krone. Mehrfach hat die Funke-Gruppe versucht, diese Rahmenbedingungen zu kündigen. Mittlerweile zum zehnten Mal erfolglos. Die Vereinbarungen wären laut Schiedsgericht nur aufzulösen, wenn man auch die Krone-Gesellschafterverträge auflöst. In der Folge könnte der verbleibende Gesellschafter die Anteile der anderen erwerben – entsprechend günstig. Christoph Dichand lädt die Funke-Gruppe und Benko nun an den Verhandlungstisch. Er wolle die 50 Prozent Anteile der beiden an der Krone kaufen. Dies wollte er schon 2018, als die Funkes Benko an Bord holten. Der zahlte 80 Millionen Euro für rund ein Viertel an Krone und Kurier. Weitere 80 bot er für die kompletten Anteile, wenn die Vorrechte der Dichands fallen.

Kompromisse denkbar

Schon in einem Gespräch mit ExtraDienst-Herausgeber Christian W. Mucha vor Jahr und Tag hatte der Milliardär allerdings unserem Verleger signalisiert, dass es ihm in keinem Fall um eine Auseinandersetzung mit den Dichands ginge. Sein Dogma und sein Credo sei es, stets Kompromisse in Verhandlungen zu suchen, die Dinge auszureden, meinte Benko sinngemäß. Und eröffnete dem überraschten Verleger wie er etwa in der Causa der Auseinandersetzung um die Berichte von Didi Mateschitz´s Addendum mit dem Red Bull Eigner zu einem überraschenden Gesprächsergebnis gekommen sei. Der habe nämlich nicht mehr und nicht weniger getan, als gegen rechtliche Schritte von Benko keine Einwände zu zeigen. Man sieht: wenn es um die Pfründe bzw. Einflussbereiche der Top-Reichen und -Mächtigen geht, dann sind auch überraschende Kompromisse möglich. Dass die Dichands an 100 Prozent der Krone interessiert sind, ist seit Jahrzehnten bekannt. Eva und Christoph Dichand hatten schon gemeinsam gegenüber ExtraDienst geäußert, (ist freilich schon 15 Jahre her) dass man eine Finanzierung für die Krone anpeile (damals war noch die WAZ am Zug). Nur hatte man seinerzeit einen schon fast unter Dach befindlichen Deal noch einmal nachverhandelt, was als überzogen vom Verhandlungspartner gesehen wurde, und woran – blöd gelaufen – die Verhandlungen schlussendlich scheiterten. Jetzt geht’s also in die nächste Runde im Kampf um das mächtige Kleinformat. Das von seinen besten Zeiten noch immer weit entfernt ist. Hat jedoch der verblichene Hans Dichand ED-Verleger Mucha noch die Bilanz 2000 gezeigt. Mit einem breiten Lächeln im Gesicht und der Äusserung: „In diesem Jahr hat die Kronenzeitung erstmals eine Milliarde Gewinn gemacht, oder über 70 Millionen Euro.“ Merke – diese Zeit kommt nicht so schnell wieder. Wahrscheinlich nie mehr.

Die Dichands würden zwar mit einem Kauf anstrengende Gesellschafter los, müssten ihre aber gerade vom Gericht wieder zuerkannte Gewinnbeteiligung selber schultern, oder auf neue Partner mit langem Atem hoffen.

 

red

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