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Kontroverse um Urheberrechtsreform

 

Streit um Auswirkungen der EU-Urheberrechtsrichtlinie

 

Das EU-Parlament hat in der gestrigen Abstimmung die Urheberrechtsrichtlinie praktisch ohne Änderungen durchgewunken. Die Rezeption bei österreichischen Interessensvertretern ist durchwachsen. So sieht man bei den Internet Service Providers Austria (ISPA) eine Bremsung der Digitalisierung durch die neue Richtllinie. „Das Urheberrecht muss an die modernen Ansprüche der digitalen Welt angepasst werden. Das Ergebnis der heutigen Abstimmung richtet sich jedoch nach veralteten Strukturen und bremst somit den digitalen Fortschritt“, kritisiert Maximilian Schubert, Generalsekretär der ISPA. „Das Urheberrecht ist in unserer Wissensgesellschaft von essenzieller Bedeutung, jedoch dürfen Rechtsstaatlichkeit, Innovation und Meinungsvielfalt nicht darunter leiden.“ Die sogenannten Reformvorschläge, die jetzt das EU-Parlament passiert haben, orientieren sich für Schubert an veralteten Geschäftsmodellen, obwohl sich Angebot und Nachfrage längst weiterentwickelt haben.

 

Ungeteilte Freude dagegen herrscht bei VÖZ, IFPI und Filmwirtschaft über das Votum. "Die EU-Parlamentarier sind heute standhaft geblieben und haben sich über die geballte Macht der US-Giganten hinweggesetzt. Dieses positive Votum ist eine nachhaltige Stärkung der journalistischen und kulturellen Vielfalt in Europa", erklärte der Präsident des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ) Markus Mair in einem gemeinsamen Statement der österreichischen Contentwirtschaft. Franz Medwenitsch, Geschäftsführer des Verbands der österreichischen Musikwirtschaft (IFPI), zeigt sich ebenso erfreut: "Die heutige Entscheidung des EU-Parlaments ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einer fairen Entlohnung der Kreativen durch die Internet-Konzerne. Die Abgeordneten haben wohl überlegt entschieden und sich auch nicht durch die beispiellose Desinformationskampagne von Google, Facebook und Co. verunsichern lassen." Auch Corinna Drumm, die Geschäftsführerin des Verbands Österreichischer Privatsender (VÖP), begrüßt das heutige Votum im EU-Parlament: "Die Mehrheit der Parlamentarier hat sich auf die Seite der Medien- und Kulturschaffenden gestellt und damit dem Vampirismus der US-Digitalgiganten klare Grenzen gesetzt."

Bildcredit: pixabay