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Keine schöne Weihnacht für John Lewis

Die englische Handelskette, weltweit bekannt für ihre Weihnachtsspots, muss sich diesmal mit viel Ärger herumschlagen.
Screenshot

Edgar speit bei Aufregung Feuer

Da ist zum einen das deutlich nachlassende Geschäft. Im Jahr 2020 wies man zum ersten Mal in der Firmengeschichte einen Verlust aus. Mit 517 Mio. Pfund rutschte man ins Minus. Musste sowohl das Personal sowie die Filialen straffen. Zudem erntete man mit dem diesjährigen Spot zum Höhepunkt der Verkaufssaison eher mäßige Zustimmung.
Und jetzt auch noch das: Die letztjährige Weihnachtskampagne mit dem Drachen Edgar beschert dem Unternehmen nun eine Klage wegen Das Kinderbuch-Cover von Fay Evans Urheberrechtsverletzung. Die reichte Fay Evans ein. Die Kinderbuchautorin veröffentlichte 2017 auf eigene Regie den Bildband Fred, der feuerniesende Drache. Darin geht es in Reimform um einen kleinen grünen Drachen, dessen feuriges Niesen zur Unzeit jede Menge Chaos in der Schule verursacht und den Zorn seiner Mitschüler hervorruft. Bis er auf die Idee kommt, mit seinem Feuer Essen zu kochen.
Bei John Lewis ist es Edgar, dem aus Begeisterung immer wieder Flammen entweichen, obwohl er es nicht will. So bringt er einen Schneemann zum Schmelzen oder brennt den Weihnachtsbaum ab. Mit den Menschen versöhnt er sich schließlich, in dem er ihren Weihnachtspudding flambiert.
Zu ähnlich sei die Geschichte, so die Kinderbuchautorin, die nicht nur im Plot, sondern vor allem in der Darstellung des Drachens eine Kupferei wähnt. John Lewis dagegen weist alle Schuld von sich. Die Idee dazu sei bereits 2016, also ein Jahr vor der Veröffentlichung des Buches, geboren worden. Man habe dies der Autorin durch Unterlagen mit Zeitstempel auch nahegebracht. Doch die ließ sich davon in ihrem Klagsvorhaben nicht abbringen.
Inzwischen gibt es auch Wirbel um die aktuelle Kampagne. Im Konkreten dreht es sich um das Lied Together in Electric Dreams, interpretiert von Lola Young. Der Song, kreiert von Philip Oakey und Giorgio Moroder 1984 für den Film Electric Dreams war im Gegensatz zu dem Streifen ein großer Hit auf der Insel. Ein so großer, dass seitdem eine Unzahl an Coverversionen eingespielt wurden. Eine davon im letzten Jahr vom Folk-Duo The Portraits gemeinsam mit ihrer Tochter Ciara Mill. Die Version schaffte es immerhin zu einiger Popularität und landete in den Youtube-Charts auf Platz Zwei. Das Duo übersandte im darauffolgenden März den Song an John Lewis als Idee für die Untermalung des diesjährigen Weihnachtsspots.
Der Song ist es ja auch geworden, allerdings durch jemand anderen interpretiert. Das Folk-Duo reklamiert nun, dass die eingesetzte Version ihrer Version nachempfunden sei. Und forderte von John Lewis, die Mehreinnahmen durch die Kampagne wohltätigen Zwecken zu spenden.
Das Handelshaus dagegen dementierte. Der Mitarbeiter, an den die Demoversion geschickt wurde, arbeite längst nicht mehr für John Lewis und habe auch nichts mit der Weihnachtskampagne zu tun gehabt. Die Aussagen seien substanzlos.
Der Händler dürfte auch gute Chancen haben, die Begehren abzuwehren. Für die Imagewerte allerdings sind es nicht gerade ruhige Zeiten.

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