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Kasse machen mit der Krise?

Corona-Kurzarbeit und Überbrückungskredite, Corona-Kündigungen inkl. Muster für Kündigungsschreiben, Homeoffice und Kinderbetreuung in der Krise. Das sind nur einige Titel, die der Wiener „Forum“-Verlag anbietet. Ist das Geschäftemacherei mit der Krise? ExtraDienst hakte nach.
© Niklas Schnaubelt

Alexandra Vetrovsky-Brychta leitet seit 2019 die Wiener Niederlassung des Forum Verlags

Die Aufregung in manchen Gewerkschaftskreisen war groß, als Anfang April der „Forum Verlag“ unter anderen eine digitale Broschüre mit dem Titel „Kündigungen infolge der Corona-Maßnahmen“ auf den Markt brachte. Um 21,89 Euro gibt es Tipps, wie „Sie bei unvermeidbaren Kündigungen vorgehen und erhalten Vorschläge zu Kündigungsalternativen“; wie man „mit Anfechtungen umgehen“ könne; und wie keine Rechtsverletzungen begangen werden. Obwohl inhaltlich als einwandfrei bewertet, ortet der ÖGB „Geschäftemacherei mit der Unsicherheit“ und ein fatales Signal (siehe Kasten). Die Wirtschaftskammer Wien wollte zu der Publikation keinen Kommentar abgeben, man konzentriere sich auf das Kurzarbeitsmodell.
Die FVH Forum Verlag Herkert GmbH ist ein Tochterunternehmen der „Forum Media Group“ mit Sitz im deutschen Merching. Gegründet 1988 beschäftigt man heute mehr als 1.200 Mitarbeiter auf vier Kontinenten und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 122 Millionen Euro (2018). Seit dem Vorjahr ist Alexandra Vetrovsky-Brychta Geschäftsführerin der Wiener Zweigstelle. Im Extra-Dienst-Interview nimmt sie auch zum Vorwurf der Geschäftemacherei mit der Krise Stellung.
ExtraDienst: Was sind die Kernaufgaben des „Forum Verlags“?
Alexandra Vetrovsky-Brychta: Als Fachverlag wollen wir unseren Kunden, das sind größtenteils KMUs, Praxiswissen von Praktikern für Praktiker zur Verfügung stellen. Das reicht von gedruckter über digitale Form bis zu unserer Online-Bibliothek. Unsere Aufgabe ist es nicht, juristische Fachinhalte aufzubereiten, sondern in das „How to?“ zu übersetzen. Das vermitteln wir seit vielen Jahren auch in Seminaren und bei großen Fachkonferenzen. In letzter Zeit geschieht das natürlich verstärkt bei Webinaren und E-Learning.
ED: Ihre Produkte beziehen sich hauptsächlich auf österreichisches Recht. Es wird also lokal recherchiert und produziert?
Vetrovsky-Brychta: Ja. Wir haben unser eigenes Produktmanagement, Customer-Service und eigenes Sales, auch wenn wir Teil eines Konzerns sind. Was unsere Publikationen, Weiterbildungen und Seminare betrifft, sind wir vollkommen lokal. Von Österreich für Österreich. Das geht gar nicht anders. Wenn ich einen Ratgeber zum Thema Corona-Kurzarbeit veröffentliche, ist die rechtliche Lage in Österreich ganz anders als in Deutschland. Solche Publikationen können nur mit lokalen Experten und Teams erarbeitet werden.

Von Alexander Haide

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