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Journalistin aus Weißrussland ist „Heldin der Pressefreiheit“

Der diesjährige IPI-Kongress in Wien sprach sich für mehr Sicherheit für Journalisten aus und vergab eine Auszeichnung an die weißrussische Julia Slutskaja.
©pixabay

In autoritären Ländern müssen Journalisten wegen mangelnder Pressefreiheit oft um ihr Leben fürchten.

Die belarussische Journalistin und Gründerin bzw. Leiterin des Press Club Belarus Julia Slutskaya wurde am gestrigen Abend auf dem Wiener IPI-Kongress als „Heldin der Pressefreiheit“ ausgezeichnet. Den Preis nahm Anton Ruliou, ein Mitglied des kritischen belarussischen Presseclubs, für die abwesende Journalistin entgegen.

Auch der Außenminister Alexander Schallenberg kam am Kongress zu Wort und sprach sich für die Freilassung der im vom Diktator Alexander Lukaschenko geführten, autoritären Weißrussland inhaftierten Journalisten aus. Nach dem IPI-Vizedirektor Scott Griffen befinden sich dort aktuell 28 belarussische Journalisten in Haft. Das ist auch der Grund, warum die Preisträgerin Slutskaya nicht vor Ort sein konnte: Im Dezember letzten Jahres wurde sie bereits am Flughafen Minsk festgenommen, als sie von einer Ägypten-Reise zurückkehrte, und wurde dann bis zum August dieses Jahres im Gefängnis festgehalten.

Forderungen für mehr Journalisten-Sicherheit

Die Laudatio hielt die Preisträgerin von 2010, die mexikanische Investigativjournalistin und Menschenrechtsaktivistin Lydia Cacho Ribeiro. Sie selbst habe in ihrer Heimat mit Haft und Folter kämpfen müssen und flüchtete schließlich nach Spanien, wo sie bis heute lebt. Sie bezeichnete ihre Kollegin als „starke, brillante Frau“ und kritisiert Weißrussland dafür, dass es Julia „ausradieren“ wolle. Dementsprechend steht der Kongress auch im Zeichen einer Forderung für mehr Sicherheit im Journalismus. Besonders Frauen seien gefährdet, wie die Beraterin der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa Kristin Olson meinte, so ergab eine Studie, dass 25 Prozent aller Frauen in Medienberufen physische Drohungen erhalten, ganze 18 Prozent bekämen sexuelle Drohungen.

Die Leiterin der Abteilung Menschenrechte und Volksgruppenangelegenheiten im Außenministerium Ulrike Butschek räumt der freien Presse einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft ein, der besonders im Zusammenhang mit der Digitalisierung essenziell ist. Dazu sind am heutigen Freitag, dem Schlusstag des Kongresses, weitere Gespräche zwischen den internationalen Medienvertretern im Rathaus geplant.

„The Wire“ als „Free Media Pioneer“

Im Rahmen des IPI-Kongresses wurde in Kooperation mit der Organisation International Media Support (IMS) zudem der „Free Media Pioneer Award“ an die indische Publikation „The Wire“ verliehen. Laut dem IMS reflektiere sie „Integrität und Gerechtigkeit“ und hat zum Ziel, armen Menschen Zugang zur Digitalisierung zu verschaffen.

APA/Red./LBi

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