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Journalistenlegende Hugo Portisch ist tot

Der Doyen des österreichischen Geschichtsbewusstseins erlebte zahlreiche Momente der jüngeren Geschichte hautnah selbst mit.
© APA/Georg Hochmuth

Der breiten Öffentlichkeit wurde Portisch als Chef-Kommentator des ORF-Fernsehens bekannt.

Der Journalist Hugo Portisch ist 94-jährig gestorben. Der ORF bestätigte eine diesbezügliche Meldung des „Kurier„, dessen Chefredakteur Portisch lange Zeit war. Vielen Österreichern galt Portisch als der Vermittler österreichischer Zeitgeschichte schlechthin. In die Annalen der Medienpolitik hat er sich als Initiator des Rundfunk-Volksbegehrens eingetragen.

Er war der „Erklärer der Nation“

Der breiten Öffentlichkeit wurde Portisch als Chef-Kommentator des ORF-Fernsehens bekannt. Wie kein Zweiter beherrschte er die Kunst, komplizierte Sachverhalte in einfachen Worten zu erklären und Wissen mit hoher Kompetenz, aber ohne erhobenen Zeigefinger zu vermitteln. Mit seinen Fernsehserien „Österreich I“ und „Österreich II“ wurde er zur Inkarnation eines kollektiven österreichischen Geschichtsbewusstseins.

Ohne ihn wäre die Institutionalisierung des unabhängigen Journalismus als wichtige demokratiepolitische Kontrollinstanz jahrelang Chimäre geblieben, teilte das größte Medienunternehmen des Landes in einer Aussendung mit. „Hugo Portisch war einer der bedeutendsten Journalisten in der Geschichte der Zweiten Republik und eine der prägendsten und wichtigsten Persönlichkeiten in der Geschichte des ORF“, so ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. Für Millionen Österreicherinnen und Österreicher sei er über Jahrzehnte der beste Vermittler von internationalen und historischen Zusammenhängen gewesen.

1955 holte ihn Hans Dichand, damals Chefredakteur, als Stellvertreter in den neugegründeten „Kurier“. Nach Dichands Abgang aus der damals größten Tageszeitung wurde Portisch 1958 Chefredakteur. 1967 wechselte er als Chefkommentator in den ORF – und wurde eines der Aushängeschilder der Bacher’schen Informationsoffensive.

APA/red

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