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Journalisten Barometer 2020

Marketagent hat bei seiner Studienreihe „Journalisten Barometer“ Medienvertreter aus Österreich, Deutschland und der Schweiz gefragt, was sie bewegt.
© Marketagent

Die wichtigsten Voraussetzungen, um im Journalistenberuf zu reüssieren

Journalisten übernehmen eine zugleich essenzielle sowie herausfordernde Rolle in der heutigen Gesellschaft. Was diese Berufsgruppe bewegt, beantworteten für den Marketagent Journalisten Barometer 2020 nun 580 Vertreter aus der D-A-CH Region (Österreich: 197, Deutschland: 294, Schweiz: 87). Knapp 9 von 10 können dabei aus mindestens 10 Jahren Erfahrung berichten. Denken sie an ihre eigenen Anfänge in der Medienbranche zurück, so rufen diese bis heute überwiegend positive Assoziationen hervor: Auf die Veröffentlichung ihres ersten journalistischen Werks blickt jeder Zweite mit Amusement oder Stolz zurück. Welche Idealvorstellungen und Wünsche, aber auch Hürden nun ihren aktuellen Alltag prägen, verdeutlichen die folgenden Ergebnisse im Detail.

Das wünschen sich Journalisten

Wenn sie die Chance hätten, für eine Woche die Redaktion eines internationalen Mediums zu übernehmen, wäre „Die Zeit“ für knapp jeden fünften Befragten (18%) die erste Wahl. Je ein Zehntel würde „National Geographic“ und „Arte“ präferieren. Welche Destinationen aus Sicht der Befragten aktuell das spannendste Umfeld für den Journalismus bieten, ist stark vom jeweiligen Hauptwohnsitz abhängig. Für die heimischen ReporterInnen steht nicht etwa Österreich an erster Stelle, viel interessantere News würden ihnen die USA bieten. Im Gegensatz dazu bleibt für die deutschen und Schweizer Journalisten das eigene Heimatland die Destination der Wahl, erklärt Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent. Insgesamt träumen die Reporter in Verbindung mit ihrer journalistischen Tätigkeit vor allem von einem: nachhaltig Spuren in der Gesellschaft zu hinterlassen. Etwa 4 von 10 wollen mit ihrer Berichterstattung etwas in Bewegung bringen, das Jahre später noch Menschen hilft. In Erinnerung zu bleiben und über etwas zu schreiben, über das noch Jahre später gesprochen wird, gehört ebenfalls zu den Träumen der Befragten. Wenn sie die Chance auf ein Exklusiv-Interview hätten, würden sich die Befragten am liebsten Barack Obama vor das Mikrofon holen (13 Prozent). Begehrte Interviewpartner wären außerdem Queen Elizabeth II (9 Prozent) sowie Papst Franziskus (7 Prozent). Doch ist ein Gesprächspartner auch noch so interessant, ein reibungsloser Ablauf hängt schlussendlich maßgeblich von dessen Verhalten ab. Antwortet der Interviewte ausweichend und geht er nicht auf die Fragen des Journalisten ein, gestaltet sich das Gespräch aus Sicht von jedem Zweiten als äußerst mühsam. Ein Drittel der Befragten sieht die Dynamik des Interviews speziell durch die Einmischung eines Beraters sowie unehrliche Antworten gestört. Auch das Verlangen von Geld dämpft die Stimmung der Medienvertreter.

Beruf mit hohen Herausforderungen

Rund 4 von 10 Befragten waren zumindest einmal in ihrer Karriere kurz davor, das Handtuch zu werfen und komplett die Branche zu wechseln. Für den Großteil der Medienvertreter steht dies jedoch nicht zur Debatte: 6 von 10 haben daran bisher noch keinen Gedanken verschwendet. Dieses Bild zeigt sich in der gesamten DACH-Region. Was braucht es nun, um in der Medienbranche zu bestehen? Das Um und Auf sind für mehr als jeden Zweiten vor allem Neugierde und Wissensdurst. Eine gute sprachliche Ausdrucksfähigkeit darf ebenfalls nicht fehlen. Entscheidend für eine Karriere im Journalismus sind zudem ein ausgeprägtes Allgemeinwissen sowie eine schnelle Auffassungsgabe. Für knapp jeden Dritten ist außerdem Sorgfalt im Zuge der Arbeit, von der Recherche bis hin zum Verfassen eines Artikels, essenziell. Die Medienvertreter aller drei Länder sind sich dabei einig: Im Vordergrund steht für rund jeden Zweiten die neutrale Präsentation von Informationen für die Öffentlichkeit. Gut ein Drittel der Journalisten identifiziert sich zudem mit der Aufgabe, Missstände aufzudecken. Rund 3 von 10 verorten ihre Zuständigkeit in der möglichst schnellen Lieferung aktueller Informationen. Geschätzt wird zudem der persönliche Benefit: Journalisten haben die Möglichkeit, im Rahmen ihrer Arbeit in für sie interessante Themen einzutauchen und in einen persönlichen Kontakt sowie Diskurs mit vielen verschiedenen Menschen zu treten, so Marketagent-Marketingleiterin Lisa Patek.

Insgesamt würden knapp 85% der Befragten den Beruf als Journalist auch aus heutiger Sicht wieder ergreifen wollen. Wir sehen hier erneut eine leichte Steigerung im Vergleich zu den vergangenen Journalisten Barometern. 2015 traf dies nur auf 7 von 10 zu, 2017 waren es bereits 83%. Allen Herausforderungen zum Trotz sind die Befragten offenbar zufrieden mit ihrer Tätigkeit, resümiert Schwabl.

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