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Journalismusfest Innsbruck startete in erste Ausgabe

Bedeutung von Qualitätsjournalismus für die Demokratie als wichtiges Thema
© Pixabay

Letzten Freitag startete das „Journalismusfest Innsbruck: Internationale Tage der Information“ in seiner ersten Ausgabe. Ins Leben gerufen wurde diese Initiative von den Festivalgründern Benedikt Sauer und Markus Schennach. Bei der Eröffnung im Kulturzentrum Treibhaus waren einige Vertreter aus Politik und Wissenschaft vertreten. Diese zeigten sich von der Veranstaltung erfreut. Mit dieser sollte nicht zuletzt auf die Bedeutung von Qualitätsjournalismus für die Demokratie hingewiesen werden. Die Eröffnungsdiskussion widmeten sich der Hilfe für Exiljournalistinnen und -journalisten.

Pressefreiheit in Österreich

Auch der Bundespräsident Alexander Van der Bellen war Teilnehmer der Zusammenkunft– wenn auch nur per Videokonferenz. In seiner digitalen Grußbotschaft spricht er über die Notwendigkeit des Journalismusfests. Dabei verwies er auf die „besorgniserregende Talfahrt“ Österreichs im Pressefreiheitsranking von Reporter ohne Grenzen. „Wir müssen uns eingehend damit beschäftigen, wie wir diese stoppen und auch umkehren“, so Van der Bellen. Dafür lohne es sich, über den Tellerrand auch in andere Länder zu schauen, da die ganze Welt derzeit auf der Suche nach Antworten unterschiedlicher Krisen sei. Das Festival werde sich einigen dieser Fragen widmen.

Relevanz von Journalismus und Wissenschaft

„Journalismus ist manchmal Partner, manchmal Gegner, manchmal anstrengend, manchmal hilfreich, aber letztlich unerlässlich. Wir brauchen ihn, um Botschaften unter die Leute zu bringen, aber auch, um uns kritisch zu hinterfragen“, so Ingrid Felipe, Tirols Landeshauptmannstellvertreterin und Klimaschutzlandesrätin. Sie gratuliert den beiden Festivalgründern für dieses „Highlight auf der Agenda der Landeshauptstadt“. Auch der Innsbrucker Bürgermeister Georg Willi meldet sich zu Wort und merkt an: „Wir verlernen zunehmend zwischen Wahrheit und Lügen zu unterscheiden.“ Heutiger Journalismus sei daher wichtiger denn je, um durch diese zu navigieren.

Neben dem Land Tirol wird das Festival auch von der städtischen Universität unterstützt. Rektor Tilmann Märk betonte die Gemeinsamkeiten von gutem Journalismus und guter Wissenschaft: qualitativ hochwertige Recherche beziehungsweise Untersuchung. „Gerade in Zeiten von Social-Media-Blasen, Fake-News und Hasspostings ist das gegenseitige Verständnis von Qualitätsmedien und Wissenschaft unerlässlich, um lösungsorientiert die großen Herausforderungen der Zukunft zu besprechen“, so Märk.

Herausforderungen für geflohene Journalistinnen und Journalisten

In der ersten Podiumsdiskussion des Festivals ging es um die Hilfe für Exiljournalistinnen und Journalisten. Diese stehen vor großen Herausforderungen im Exil ihre Arbeit fortzuführen. Daniela Kraus, Geschäftsführerin des Presseclub Concordia, kritisierte, dass in Österreich zwar vonseiten einzelner Redaktionen Bemühungen ausgehen, aber noch keine systematische Unterstützung für sich im Exil befindende Medienschaffende vorhanden sei. So seien noch nicht viele geflohene Journalistinnen und Journalisten nach Österreich gekommen, da kein Signal an sie ausgesendet werde. „Logische Andockstelle“ für geflüchtete Journalisten wären Community- und freie Medien. Diese würden bereits viel Erfahrung in diesem Bereich besitzen, doch fehle es ihnen an Ressourcen, merkte Kraus an. Im Nachbarland Deutschland wurde mittlerweile von Reporter ohne Grenzen, der Rudolf Augstein Stiftung der der Schöpflin Stiftung ein europäischer Fonds für Journalismus im Exil gegründet. Dies sei notwendig, weil viele Journalistinnen und Journalisten im Exil „sehr oft zu anonymen Geflüchteten“ werden, ohne ihre professionelle Arbeit fortführen zu können, merkte Christian Mihr, Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen Deutschland an. Ukrainische und russische Medienschaffende beispielsweise wollen im Exil weiterarbeiten, scheitern jedoch an den dafür nötigen Projektträgern und dergleichen, so Mihr. Daher soll der seit knapp sieben Wochen aktive Fonds hier ansetzen und schnell sowie flexibel Geld ausschütten, ohne dass sich die Antragssteller lange mit Formalia beschäftigen müssen.

Zuletzt habe man etwa in der Ukraine und Russland den Zusammenbruch kompletter Medienlandschaften erlebt. Durch die Stiftung für Journalistinnen und Journalisten konnten bereits elf Förderungen ausgegeben werden – etwa an ins Ausland geflohene Mitarbeitende der russischen kremlkritischen Zeitung „Nowaja Gaseta“.

Das Festival dauerte von Freitag bis Sonntag und bot rund 50 kostenlose Veranstaltungen wie Diskussionen, Lesungen, Anstellungen und Filmvorführungen. Die 111 Mitwirkenden kamen aus 21 verschiedenen Ländern dafür nach Tirol.

 

 

APA/ Red.

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