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Johnson droht der BBC

UK: Tories erwägen Nicht-Zahlung von Rundfunkgebühren zu entkriminalisieren.
© Pixabay

Die BBC kritisierte Johnson mehrmals ob seiner Verweigerung von Interviews.

Der britische Premier Boris Johnson bedroht laut Medienberichten die Zukunft der britischen Rundfunkanstalt BBC. Die Downing Street erwäge, die Nicht-Zahlung der Gebühren zu entkriminalisieren und boykottiere die Morgensendung „Today“ des BBC-Radios Radio 4 wegen angeblicher Anti-Tory-Voreingenommenheit des Senders, berichtete der „Guardian“ .
Konkret seien Minister von Johnsons konservativer Regierungspartei von der Sendung abgezogen worden mit dem Argument, dass man das „Engagement“ von dem Journal zurücknehmen werde, hieß es.
Dass ein Kommentator Johnson für seine Weigerung, interviewt zu werden, scharf kritisierte sowie die umfangreiche Berichterstattung über einen vierjährigen Buben, der trotz Verdachts auf eine Lungenentzündung stundenlang auf dem Boden einer Klinik liegen musste, würden als Beweis für eine Anti-Tory und Pro-EU-Verbleib-Haltung des Unternehmens gewertet, schrieb die Zeitung. Aber auch von Labour-Anhängern habe es Kritik an dem Sender gegeben, dass nämlich Journalisten unkritisch konservative Quellen wiedergeben würden. BBC-Generaldirektor Tony Hall wies die Kritik zurück. Fehler seien passiert.
Bereits im Wahlkampf hatte Johnson die Finanzierung der BBC infrage gestellt (ExtraDienst berichtete). Er habe zwar keine Pläne, die Rundfunkgebühren vollständig abzuschaffen, sagte Johnson bei einer Wahlkampfveranstaltung. Aber man müsse sich fragen, ob diese Art der Finanzierung langfristig Sinn habe. Justizministers Robert Buckland ergänzte, dass die Tories die „Entkriminalisierung der Nichtzahlung der TV-Gebühr“ in Betracht zögen. Das würde das Finanzierungsmodell der BBC vollständig untergraben.
Johnsons Konservative lagen im Laufe des Wahlkampfs mehrmals mit öffentlich-rechtlichen TV-Sendern im Clinch, weil sich der Premier weigerte, an Debatten und Interviews teilzunehmen. Der Sender Channel 4, der ebenfalls in öffentlicher Hand ist, sich aber privatwirtschaftlich finanziert, zog den Zorn der Regierungspartei auf sich, als er Johnson bei einer Debatte über den Klimawandel mit einer schmelzenden Eisskulptur ersetzte.

 

APA/red

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