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Islam: Oft schlechte Darstellung in den Medien

Muslime werden in den Medien häufig als gewalttätig dargestellt, wodurch sich das allgemeine Bild der Gesellschaft zum Islam massiv verschlechtert
©pexels

Negativ behaftete Stereotype gegenüber Muslimen sind – nicht zuletzt aufgrund der medialen Berichterstattung – ziemlich groß

In den Medien gehört das sogenannte „Framing“ von gewissen Ereignissen, Personengruppen oder ähnlichem zur Tagesordnung. Dabei werden eben jene in einen bestimmten Rahmen gesetzt, wodurch einseitige Berichterstattung sowie die Etablierung und Verbreitung von Stereotypen unterstützt werden. Wie eine Studie der University of California unter der Leitung von Muniba Saleem zeigt, sind besonders Muslime bzw. der Islam massiv davon betroffen. „Wir fanden eine überwiegend negative Berichterstattung über Muslime, nicht nur in den USA, sondern auch in Großbritannien, Kanada und Australien.“ Aber nicht nur die Berichterstattung, sondern auch die Folgen für Muslime können verheerend sein, denn: Ein Zusammenhang zwischen den Medieninformationen und „stereotypen Überzeugungen, negativen Emotionen und der Unterstützung einer schädlichen Politik“ gegenüber muslimischen Amerikanern wurde ebenfalls festgestellt.

Medien hauptverantwortlich für Einstellung der Gesellschaft

Um die Entwicklung der medialen Darstellungen von Muslimen und dem Islam besser zu verstehen, hat Saleem gemeinsam mit ihrem Team die Ausrichtung von hunderttausenden von Artikeln über Jahrzehnte analysiert. Das Fazit: Viele Medien liefern Infos, die solche Einstellungen gegenüber Muslimen prägen. Auch frühere Untersuchungen hatten bereits gezeigt, dass negative Darstellungen von Muslimen in den Medien überwiegen. So etwa eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Pew Research Center aus dem Jahr 2007: Sie zeigte, dass die negative Meinung der Menschen über Muslime hauptsächlich davon beeinflusst wird, was sie in den Medien gehört und gelesen haben.

Das sei eben deshalb ziemlich problematisch, weil der Islam meist als gewalttätige Religion dargestellt wird, so Studienleiterin Saleem. Sie und ihr Team haben die Berichterstattung über Muslime mit der über Katholiken, Hindus und Juden analysiert, um herauszufinden, ob spezielle Muslime negativ dargestellt werden. „Unser zentrales Ergebnis ist, dass der durchschnittliche Artikel, in dem Muslime oder der Islam in den USA erwähnt werden, negativer ist als 84 Prozent der Artikel in unserer Zufallsstichprobe. Das bedeutet, dass man wahrscheinlich sechs Artikel in US-Zeitungen lesen müsste, um auch nur einen zu finden, der so negativ ist wie der durchschnittliche Artikel, der Muslime berührt.“

PR/Red.

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