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Iran: Kritische Sportreporter unerwünscht

Mit einem vierjährigem Arbeitsverbot droht der Präsident von Irans Fußballverband Journalisten.
© pixabay.com / 8385

Der Präsident von Irans Fußballverband (FFI) hat kritischen Sportreportern mit einem Arbeitsverbot gedroht. Nach einem Ligaspiel dürfen laut Mehdi Taj die Trainer nur zum Spiel befragt werden – und sonst nichts. „Bei irrelevanten Fragen werden wir zunächst den Presseausweis des Reporters beschlagnahmen und ihn bei einer Wiederholung mit einem vierjährigen Arbeitsverbot bestrafen“, sagte Taj.

Protestwelle

Die Aussagen führten zu einer Protestwelle innerhalb der iranischen Sportpresse. Die Proteste waren so heftig, dass sich sogar der Sportminister einschalten musste. „Jeder Reporter hat natürlich das Recht, zu fragen, was er will“, betonte Masoud Soltanifar laut der Nachrichtenagentur ISNA am Montag. Genauso habe jeder Trainer das Recht, auf die Frage zu antworten oder nicht, sagte der Minister.

„Irrelevante“ Fragen

Nach Meinung der Sportmedien im Iran ist Taj gar nicht befugt, Reportern mit einem Arbeitsverbot zu drohen. Die Rechtfertigung des FFI ist jedoch, dass „irrelevante“ Fragen direkt nach dem Spiel zu verbalen Auseinandersetzungen führen könnten. Dies wäre weder für die Reporter noch für die Trainer angemessen, erklärte ein FFI-Sprecher.

Taj steht unter Druck

FFI-Präsident Taj steht derzeit mächtig unter Druck. Einerseits musste er den Beginn der ersten iranischen Liga um fast einen Monat verschieben, weil viele Stadien im Land den von der asiatischen Fußball-Konföderation (AFC) geforderten internationalen Standard nicht erfüllen. Andererseits muss er sich gegen den einflussreichen Klerus durchsetzen, um das 40-jährige Stadionverbot für Frauen aufzuheben. Wenn ihm das nicht gelingen sollte, droht dem FFI und der iranischen Nationalmannschaft seitens des Weltverbandes FIFA ein Ausschluss von der Qualifikation für die WM 2022 in Katar.

 

APA / RED

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