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Internet-Talk-App Clubhouse wird Massenprodukt

Verbraucherschützer erheben Vorwürfe gegen neuen Audio-Chatroom.
© Pixabay

Die Internet-Talk-App Clubhouse wächst rasant und ist nach Einschätzung von Experten auf dem Weg zum Massenprodukt. „Wir konzentrieren uns darauf, Clubhouse für die ganze Welt zu öffnen“, kündigten die Unternehmensgründer Paul Davison und Rohan Seth kürzlich an. Verbraucherschützer sehen dies allerdings mit Sorge. Sie werfen Clubhouse Verstöße gegen Datenschutzregeln vor.

Erst Anfang vergangenen Jahres war die erste Test-Version der App auf den Markt gekommen, seither hat die Zahl der Nutzer massiv zugenommen. Noch im vergangenen Mai war deren Zahl mit lediglich rund 1500 angegeben worden, inzwischen sind es fast zwei Millionen mit schnell steigender Tendenz.

Das Geschäftsprinzip beruht auf einer Mischung aus Offenheit für lockere Gespräche mit Freundinnen und Freunden oder interessanten Menschen rund um die Welt einerseits und einem Hauch von Exklusivität andererseits. Erreicht wird dies durch ein Einladungsprinzip: Bei Clubhouse mitreden kann nur, wer von einem bestehenden Nutzer eingeladen wird – der wiederum vorerst nur höchstens zwei Einladungen an andere verschicken darf. Wer es geschafft hat, den Zugang zu ergattern, der kann sich in virtuelle Räume begeben und dort per Audio-Signal real mit anderen dort Anwesenden sprechen.

Auf ganz andere Probleme weist Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Bremen hin. So sollen Nutzerinnen und Nutzer bei der Registrierung der App den Zugriff auf sämtliche gespeicherte Kontakte erlauben. Zudem können bei Clubhouse der Verbraucherzentrale zufolge alle Gespräche aufgezeichnet werden, wenn beispielsweise während des Live-Gesprächs ein Regelverstoß gemeldet wird. Darüber hinaus sammele Clubhouse auch Nutzungs-Daten zur Erstellung eines Kommunikationsprofils.

Welche Daten genau für welche Zwecke erhoben und verarbeitet werden, bleibe dabei offen, werfen Kritiker dem Unternehmen weiter vor. Die Verbraucherzentrale Bremen kommt zu dem Schluss: Verbraucherinnen und Verbraucher sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie die Nutzung von Clubhouse mit der Preisgabe ihrer persönlichen Daten sowie der ihrer Familie, Freunde und Bekannten bezahlen.

APA/Red.

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