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Internet-Riesen auf Verteidigungskurs

Facebook, Google und Twitter bekämpfen Falschinformationen in Australien mit Jury
© Pixabay

Mit eigenem Gremium wollen soziale Netzwerke beweisen, dass sie sich selbst beaufsichtigen können

Spätestens seit der Einführung des neuen Mediengesetzes gilt Australien als Vorreiter bei der Regulierung von Plattformen. Die Regierung in der Hauptstadt Canberra hatte erklärt, Unternehmen bei verleumderischen Postings respektive Falschmeldungen stärker in die Verantwortung zu nehmen. Facebook, Google und Twitte, denen seitens der australischen Regierung nun neuer Ärger droht, gehen nun mit einem Gremium zur Bekämpfung von Falschinformationen in die Offensive. Das dreiköpfiges Gremium soll demnach Beschwerden wegen mutmaßlicher Verstöße gegen den vereinbarten Verhaltenskodex in Bezug auf Falschinformationen bearbeiten. Damit zeigen die Internet-Riesen, dass die Branche bereit ist, sich selbst zu beaufsichtigen.

Harte Bandagen

Australiens Premierminister Scott Morrison nannte soziale Medien unlängst „eine Festung der Feiglinge“. Google ist inzwischen wegen seiner Dominanz im Online-Werbegeschäft ins Visier der Aufseher geraten. Verbraucherschützer kritisieren indes, dass dasGremium der Konzerne nicht weit genug ginge. Beschwerden können beispielsweise zunächst nur über ein Google-Konto auf einer Internetseite gepostet werden. Reset Australia, eine Interessengruppe, die sich mit dem Einfluss der Konzerne auf die Demokratie befasst, bezeichnete die Jury als „Lachnummer“, da keine Strafen vorgesehen und der Verhaltenskodex keinerlei Verpflichtung für die Konzerne darstelle. „Der Kodex der DIGI ist nicht viel mehr als ein PR-Gag angesichts der negativen Schlagzeilen, die Facebook in den letzten Wochen machte“, äußerte sich dazu Dhakshayini Sooriyakumaran, Direktorin für Technologiepolitik bei Reset Australia.

Harte Zeiten für Facebook

Facebook kann dem Ärger in Australien derzeit nicht gelassen entgegenblicken. Zu viele Probleme sind in jüngster Vergangenheit über das soziale Netzwerk hereingebrochen. Neben dem massiven Totalausfall in der vergangenen Woche setzen dem Unternehmen aktuell die Vorwürfe der Ex-Mitarbeiterin Frances Haugen zu. Haugen wirft Facebook vor, Profit über Menschen zu stellen und zu wenig gegen die schädlichen Einflüsse seiner Plattformen auf die geistige Gesundheit zu unternehmen. Der für die Außenkommunikation zuständige Facebook-Manager Nick Clegg gab inzwischen bekannt, das Unternehmen werde neue Maßnahmen einführen, um Jugendliche besser von schädlichen Inhalten fernzuhalten. APA/RED./CH

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