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Instagram bewirbt Essstörungs-Seiten

Im Zuge einer Untersuchung stellte sich heraus, wie wenig Instagram gegen problematische Inhalte unternimmt.
©unsplash

Auf dem sozialen Medium gibt es viele Kanäle, die unerlaubten Content verbreiten.

Dass die Social-Media-Plattform Instagram mit seinen zahlreichen Beauty- und Lifestyle-Influencerinnen ein unrealistisches Schönheitsbild vorgaukelt, ist längst kein Geheimnis. Besonders junge Mädchen werden dadurch oftmals einem psychischen Druck ausgesetzt, der schlimme Folgen mit sich ziehen kann. Wie nun allerdings eine Untersuchung von „CNN“ unter der Leitung von Senator Richard Blumenthal zeigte, begünstigt der Algorithmus auch Seiten, die Essstörungen verherrlichen.

Das Team rund um den Senator startete einen Praxistest und legte einen neuen Account auf dem sozialen Netzwerk an, der angeblich einer 13-Jährigen gehört. Damit wollten sie prüfen, wie gut Instagram Jugendliche vor potenziell gefährlichen bzw. schädlichen Inhalten schützt. Also folgten sie einigen Profilen, deren Content sich rund um Diäten und Essstörungen bewegte. Das Ergebnis: Innerhalb kürzester Zeit schlug der Algorithmus dem vermeintlichen Teenie unzählige ähnliche Accounts mit fragwürdigen Inhalten vor.

Instagram ist machtlos

Fünf dieser problematischen Seiten gab das Forscherteam an Instagram weiter. Die Facebook-Tochter bestätigte daraufhin, dass diese gegen die Plattform-Richtlinien verstießen und sperrte die Profile. „Wir erlauben keine Inhalte, die Essstörungen fördern oder ermutigen, und wir haben die mit uns geteilten Konten entfernt, weil sie gegen diese Regeln verstoßen haben“, so ein Unternehmenssprecher. Zudem beteuerte er, dass man zusätzlich zu den Nutzermeldungen auch noch eine Software nutze, die automatisiert derartige Inhalte lösche.

Daraufhin wiederholte CNN das Experiment mit einem neuen Account und siehe da – es dauerte nur Minuten, bis sich die Ergebnisse abermals bestätigten. Wieder wurden Profile angezeigt, die das Wort „skinny“ („dürr“) im Namen verwendeten – was äußerst problematisch ist, da dieser Begriff seit Jahren in der Pro-Anorexia-Bewegung beliebt ist.

Zu wenig Schutz für Jugendliche

Aufgrund des erschütternden Ausgangs des Tests meinte Senator Blumenthal gegenüber „CNN Monday“, dass Facebooks „Behauptungen, Kinder zu schützen oder Accounts zu löschen, die diese gefährden könnten, absoluter Quatsch sind“. Dass das Unternehmen sich aber darüber bewusst ist, wie schädlich seine Social-Media-Plattformen für Kinder und Jugendliche sein können, wurde bereits in den jüngsten Enthüllungsartikeln des „Wall Street Journal“ deutlich.

Pressetext/Red.

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