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Hugo-Portisch-Preis mit 60.000 Euro dotiert

2023 wird der Hugo-Portisch-Preis zum ersten Mal vergeben und winkt mit einem Hauptpreis von 40.000 Euro sowie zwei Nebenpreisen zu je 10.000 Euro
©Günther Pichlkostner / First Look / picturedesk.com

Der Hugo-Portisch-Preis wird „für herausragende journalistische Arbeiten“ verliehen

Am 1. April 2021 starb der österreichische Journalist Hugo Portisch im Alter von 94 Jahren. Um an ihn zu gedenken, haben der ORF, der Kurier sowie die Österreichische Medienakademie den Hugo-Portisch-Preis ins Leben gerufen. Dieser soll im kommenden Jahr zum ersten Mal vergeben werden – und gilt als einer der höchstdotierten Journalistenpreisen im deutschsprachigen Raum. Insgesamt 60.000 Euro sollen drei Preisträger für „für herausragende journalistische Arbeiten“ erhalten, hieß es am heutigen Donnerstag bei einer Pressekonferenz.

„Kurier“-Chefredakteurin Martina Salomon, die heuer auch als Präsidentin der neu gegründeten Hugo-Portisch-Gesellschaft fungiert, erzählte, dass man bereits bei Portischs Begräbnis darüber gesprochen, ihm ein Denkmal setzen und einen Preis schaffen zu wollen. Die Präsidentschaft der Gesellschaft soll künftig jährlich zwischen dem „Kurier“ und dem ORF wechseln.

60.000 Euro für drei Kategorien

Insgesamt soll es Auszeichnungen in drei Kategorien geben: Den Hauptpreis, dotiert mit 40.000 Euro, sowie zwei Preise für „Zeitgeschichte/Dokumentation“ und „Nachwuchs“ mit einer jeweils 10.000 Euro hohen Prämie. Der Hauptpreis wird auf Vorschlag einer noch unbekannten Jury vergeben, und zwar für „herausragende journalistische Leistungen im In- und Ausland, die sich mit der Aufarbeitung und dem Verständnis komplexer politischer und wirtschaftlicher Zusammenhänge – sowohl im österreichischen als auch im europäischen bzw. internationalen Kontext – auseinandersetzen“. Mit dem Hugo-Portisch-Preis „wollen wir einen Preis nach seinen Qualitätsstandards schaffen“, so Salomon, die unter anderem hohes Geschichtsbewusstsein, akribische Recherche, hohe Ethik und Parteiunabhängigkeit nannte. Und da auch Portisch „channel-neutral“ gearbeitet habe, werde der Preis für alle journalistischen Gattungen offen sein.

Ziel der Nachwuchs-Auszeichnung hingegen sei es, Portischs „Erbe auch für die junge Generation weitertragen“, unterstrich Gerald Grünberger, Vorsitzender der Medienakademie und Geschäftsführer der Hugo-Portisch-Gesellschaft. „Portisch war ein Volksbildner, ein Pädagoge im besten Sinne des Wortes.“ Die Würdigung von journalistischer Arbeit im Feld der Zeitgeschichte sei ebenfalls ein Anliegen gewesen: „Portisch hat Zeitgeschichte zu einem Genre gemacht, das in Österreich gern gesehen wurde und ein Straßenfeger war.“

Portisch an der Wiege des modernen ORF

Auch „Kurier“-Geschäftsführer Thomas Kralinger betonte, wie sehr Portisch „die journalistische Landschaft geprägt hat“. Die Art und Weise, wie er als Journalist gearbeitet hat, sei für jeden Journalisten beispielgebend gewesen. Und da Portischs Tugenden auch im Ausland gefragt sind, beschränke sich die Auswahl der Preisträger nicht nur auf heimische Journalistinnen und Journalisten. Unterstützt wird der Preis, der ab 2023 jährlich vergeben werden soll, von der Republik sowie der Stadt Wien. Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) würdigte Portisch in einer Videobotschaft mit den Worten: „Er war erklärend und nicht belehrend.“ Gerade jetzt, in Zeiten der Pandemie und des Krieges in der Ukraine, gebe es wieder viel zu erklären. „Da braucht es mutige Journalisten, um den Menschen die Dramatik vor Ort zu zeigen und Zusammenhänge zu erklären.“ Auch Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) unterstrich, dass Portisch „viel dazu beigetragen hat, dass sich die Menschen für politische Zusammenhänge interessiert haben“.

ORF-III-Programmgeschäftsführer Peter Schöber, der stellvertretend für den krankheitsbedingt abwesenden Generaldirektor Roland Weißmann sprach, erinnerte daran, dass Portisch „an der Wiege des modernen ORF“ gestanden sei. „Wir würden nicht hiersitzen, wenn er mit dem Rundfunkvolksbegehren nicht die Basis für einen unabhängigen ORF geschaffen hätte.“ Bis kurz vor seinem Tod habe Portisch mit ORF III an einem Projekt gearbeitet, um die Geschichte der Beziehungen zwischen Russland und Europa aufzuarbeiten. Das Schlusswort kam von Portischs langjährigem Wegbegleiter Heinz Nussbaumer, der als Ehrenvorsitzender der Hugo-Portisch-Gesellschaft fungiert. Portischs Vermächtnis sei es, „aus der Geschichte zu lernen, gegen Vorurteile zu kämpfen und zur Toleranz zu erziehen“. Der Preis sei ein Ansporn, um die Medienwelt von morgen noch besser zu machen. „Neue Portischs braucht das Land“.

APA/Red.

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