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Hilft TikTok beim Entzug?

©unsplash

Auf TikTok kann aufgrund des Algorithmus quasi jedes Video viral gehen

Die Kurzvideo-Plattform TikTok ist wohl nicht nur für Unterhaltung gut. Auch bei Substanzstörungen in Bezug auf Alkohol, Tabak oder Cannabis könnte es helfen. Davon geht zumindest Alex M. Russell vom Zentrum für öffentliche Gesundheit und Technologie der University of Arkansas aus. Demnach haben sich zwar viele Behandlungen gegen Drogenmissbrauch bewährt, allerdings sei auch Hilfe von anderer Seite wichtig für den Entzug. Und diese Unterstützung könne durchaus auch digital erfolgen.

Vor allem aus dem Grund, dass sich viele Betroffene nicht professionell helfen lassen, sei es notwendig, innovative Methoden zur Suchtbekämpfung zu fördern. Soziale Medien zum Beispiel. Ob diese dazu in der Lage sind oder diesen Zweck vielleicht bereits erfüllen, wollte das Forscherteam rund um Russell genauer wissen: „Insbesondere waren wir daran interessiert, ob eine immer beliebter werdende Social-Media-Plattform wie TikTok ein innovatives Mittel sein könnte, um das Gesundheitsverhalten in Bezug auf die Genesung von Substanzkonsumstörungen positiv zu beeinflussen.“

Dementsprechend haben die Forscher 20 Schlüsselwörter identifiziert, die mit Substanzstörungen in Verbindung gebracht werden. Danach durchsuchten sie TikTok nach den Begriffen, wie unter anderem etwa „Sucht“, „Genesung“ und „nüchtern“. Zur Überprüfung der These verwendeten sie dann die 100 beliebtesten Videos unter den Hashtags. Dabei zeigte sich, dass die meisten Clips die Entwicklung von einer Sucht zur Genesung thematisierten. Auch werden Meilensteine des Entzugs gerne geteilt. Zudem zeigt ein großer Teil der Videos die Betroffenen, wie sie neue Aktivitäten als Alternative zum Substanzenkonsum wählten. Aber auch Themen wie Spiritualität  und Glauben im Zusammenhang mit der Genesung wurden thematisiert.

Doch warum teilen die Betroffenen derartige Videos? Ganz einfach: Die soziale Unterstützung, die die Ersteller der Clips auf TikTok erfahren, kann als Teil des Genesungsprozesses gesehen werden. Ob das Teilen dieser Videos aber tatsächlich einen entscheidenden, positiven Einfluss hat, bleibt offen.

Pressetext/Red.

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