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Siegerpose: vrnl: LH Kaiser, KR Frömmel, Glatz-Kremsner, Leitl und Mucha

 

Solch ein Fest hatte Kärnten noch nicht gesehen

 

Der FM Incomingpreis 2018 war eines dieser außergewöhnlichen, völlig aus der Art geratenen Feste. Ein Erlebnis, das völlig überraschende und unerwartete Momente für alle Gäste brachte.

Den großen Touristikpreis für besondere Verdienste in dieser Branche hat die MG MedienGruppe im heurigen Jahr zweigeteilt: Zu Jahresbeginn erhielten die Vorstände des Vienna Airport, Mag. Julian Jäger und Dr. Günther Ofner, den Preis bei einer großen Veranstaltung im Palais Ferstel.

Nun war Kommerzialrat Hans-Werner Frömmel, der legendäre österreichische Oberbaumeister und Werzer-Hotelier, an der Reihe. Dabei hatte alles so schlecht begonnen, wie etwas nur beginnen kann: Eine knappe Woche vor der Veranstaltung kontaktierte der Baumeister unseren Verleger und teilte ihm mit, dass er auf der Intensivstation sei. Er benötige einen Herzschrittmacher. Schock total. Doch der quirlige Unternehmer gab Entwarnung. „Das ist kein großer Eingriff. Am Donnerstag bin ich wieder fit. Am Freitag treffen wir uns in Kärnten zur Vorbesprechung. Und am Samstag findet die Verleihung statt.“ Und genauso kam es dann. Der verwunderte Gastgeber, die Co-Veranstalter und alle, die mithalfen, das Fest auszurichten, konnten es nicht fassen: Denn Frömmel war den ganzen "Feier-Tag" topfit, legte ein Programm, das um 15 Uhr begann und um 0 Uhr endete, hin und ließ sich durch seine Erkrankung keine Sekunde aus dem Konzept bringen. Was für ein unglaublicher Mensch! Ausgestattet mit derart immenser Energie.

Um 15 Uhr ging es los. Zu einem Cocktail-Empfang für rund 70 Gäste auf Schloss Drasing. Dem leisteten unter der Führung von Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser zahlreiche Prominente Folge. Darunter die extra aus Monaco eingeflogene Helga Piaget, der von Frankfurt eingeflogene Thomas A. Schmid (oberster Hyundai-Chef und verantwortlich für das Schicksal von 200.000 Mitarbeitern auf dem Kontinent) und der berühmte Salzburger Unternehmer Rudolf Quehenberger mit seiner Frau Katharina.

Neben Fingerfood von der Firma Kulterer und exzellentem Service genossen die Gäste im Innenhof des Schlosses kühle Getränke, während sie den kurzen Ansprachen von Gastgeber Mucha, Landhauptmann Kaiser, Hyundai-Vorstand Thomas Schmid und dem Ehrengast Hans-Werner Frömmel lauschten. Dann versprach Schlossherr Mucha einen Beweis für die außergewöhnliche Akustik des Renaissancehofes von Drasing. Und so trat  tomX aus dem Schatten. Thomas Gensthaler, wie der Künstler mit bürgerlichem Namen heit, war extra aus Wien angereist und hatte um 18 Uhr einen Gig 200 Kilometer entfernt. Also können wir nur herzlich Danke dafür sagen, dass er nach Kärnten düste, um dem Baumeister und unseren Gästen eine Freude zu bereiten. tomX ist einer der besten Saxofonisten Österreichs. Er legte ein unglaublich klangvolles, melodiöses Solo hin. Da verdrehte selbst Jazz Gitti vor Freude die Augen. Und die lauschenden Medienvertreter wiegten sich im Takt zu „A Girl from Ipanema“.

Im Casino ging die Veranstaltung am Abend weiter. Casino Velden-Direktor Paul Vogel, der erst im Frühjahr von Kitzbühel an den Wörthersee wechselte, wollte sich so knapp nach seinem Einstand nicht lumpen lassen. Also konnten die Gäste des FM Incomingpreises sohin im großzügigen Ambiente mit Preisträger Frömmel feiern. Küchenchef Marcel J. Vanic zauberte kleine Köstlichkeiten: Almochsen-Tartare „klassisch“ auf Crostini, Tuna-Mango-Tartare mit Wasabi, Antipasti von Gemüsen à la Tatare auf Weizendukaten, Fondue-Gambas am Spieß und handgewuzelte Grissini mit Prosciutto, die im Casineum, einen kreisrunden eleganten Saal, der das Atrium des großen Festsaales bietet, angerichtet wurden.

Aus langjähriger Erfahrung im Gastgeben wissen Ekaterina und Christian W. Mucha, dass man Gäste nicht allzulang ohne etwas zu schnabulieren warten lassen sollte. Leider eine Unart, die sich auf vielen Veranstaltungen breitmacht. Das Fest beginnt etwa um 19 Uhr, und bis 23 Uhr werden Reden geschwungen. Und alle liegen bereits japsend am Boden, weil sie kein einziges Häppchen zum Essen bekommen haben. Dieses Problem hatten die Gäste des FM Incomingpreises nicht. Vanic sei Dank. Solchermaßen gelabt und gestärkt und mit vollmundigen Dolle-Weinen (einem Grünen Veltliner Strasser Ried, einem Riesling Ried, beide vom Kamptal, und einem Zweigelt Reserve) fröhlich gestimmt, ging es in den großen Festsaal, wo an 20 Tischen zu je 10 Personen kaum ein Platz frei geblieben war. Mucha: „In 42 Jahren hab ich das noch nie erlebt.“ Immer bleiben ungefähr 12-15 % der Gäste, die sich angemeldet haben, einer Veranstaltung fern. Leider so mancher, ohne sich zu entschuldigen, was Festivitäten immer zu einem Lotteriespiel macht: Wer wird auf welchem Tisch ausfallen? Wie kann man das nachjustieren? Möglichst in letzter Sekunde.  Doch die Kärntner sind anders. Die sagen zu. Und kommen. Wofür es auch ein Extralob von Mucha und Szeneapplaus gab.

Dann ging es Schlag auf Schlag. Nach einer kurzen Begrüßung und der Anmerkung, man wolle nicht die vielen Ehrengäste alle persönlich vorstellen, denn dann würde die Veranstaltung wie der Villacher Fasching verlaufen, ging's ans Eingemachte. Mucha erntete viele Lacher, weil er meinte, das in Villach dauert eineinhalb Stunden und das nachher kannst meistens eh vergessen. Landeshauptmann Kaiser kam auf die Bühne, hielt eine kurze, knackige Ansprache, wo er Persönlichkeit, wirtschaftliches Schaffen und Qualität von Frömmel würdigte.

Nach dem Landeshauptmann überbrachte Nationalrat Gabriel Obernosterer freundliche Grüße von Bundeskanzler Sebastian Kurz, und danach sprach Landtagsdirektor Mag. Robert Weiß zu den Gästen. Alles kurz und bündig. An dieses Motto hielt sich auch Hyundai-Europapräsident Thomas Schmid. Das Mastermind von 200.000 Mitarbeitern bekannte seine eigenen Kärntner Wurzeln. Und seine Polit-Erfahrungen im Gemeidebereich seiner Heimat in Niederösterreich. Schmid brach eine Lanze für Unternehmertum und hatte viel Lob für Frömmel und sein unternehmerisches Wirken im leichten Gepäck mitgebracht.

Danach übernahm Mucha wieder die Bühne und gab mit einer Videopräsentation, geschnitten und zusammengestellt von der „Film Factory“, eine kurze Revue über die Geschichte des FM Incomingpreises zum Besten. Mit köstlichen Anekdoten über Leo Wallner, André Heller, Toni Arnsteiner und Friedrich Jahn, die seinerzeit den FM Incomingpreis gewonnen hatten. Da bekam auch Casino-Generaldirektorin Mag. Bettina Glatz-Kremsner feuchte Augen. Denn Leo Wallner war der Mister Casino, der das Unternehmen zu internationaler Reputation hochstilisierte. Und er war einer der größten Förderer unseres Verlages und, wie Mucha ausführte, gab er FM Starthilfe in einer Art, die er, Mucha, sich so niemals auch nur im Geringsten erhofft hatte.

Danach bat der Verleger Eurochambres-Präsident Dr. Christoph Leitl auf die Bühne. Der legte eine flammende Rede für Unternehmer und für das „In-Griff-Bekommen der Personalprobleme“ hin. Trat auf gegen das Unding in unserer Gesellschaft, dass sich Unternehmer-sein nicht mehr lohnt. Ein Heimspiel im großen Festsaal, in dem geschätzte 75 % Unternehmer saßen. Als gemeinschaftlich von LH Kaiser, Leitl, Glatz-Kremsner und Mucha der FM Incomingpreis an Kommerzialrat Frömmel überreicht wurde, gab es Standing Ovations.

Nun war Frömmel am Zug. Er war sichtlich gerührt. Gab einen Blick auf sein Leben, seine Schaffenskraft wieder. Präsentierte seine touristische Ausnahmeleistung in Zahlen und Daten. Und führte zu seinem neuen Projekt in Pörtschach. Auf dem Sofa sitzend, lieferten sich Frömmel und Mucha („Wieso sitzen wir eigentlich als Freunde hier?“) in einer Doppelconférence ein Match, an dem Waldbrunn und Farkas alle Freude gehabt hätten. Frömmel erzählte, wie man sich bei einer Fernsehdiskussion in die Haare geraten war. Und dass man sich danach nicht einmal mehr gegrüßt hatte. Doch just Mucha suchte wieder den Kontakt zu ihm. Und der Verleger erzählte, was er von Oskar Wilde gelernt hatte: „Zu meinen Feinden mache ich nur kluge, außergewöhnliche Menschen. Herausragende, wunderbare Persönlichkeiten. Es wäre kein einziger unter denen, der ein Tor wäre.“ Nun also präsentierte man sich in trauter Zweisamkeit. Als Freunde und trotzdem vorsichtig zueinander. Frömmel meinte: „Das erzähle ich jetzt zu Ende. Und führe das aus. Sonst unterbricht mich der Mucha wieder.“ Mucha repostierte: “Ich bin doch nicht der Armin Wolf.“

Es war also für viel Spaß gesorgt, bevor es zum humoristischen Höhepunkt des Abends ging. Das Überraschungsgeschenk für den Baumeister. Mucha hatte ein 11x5-Meter großes Plakat anfertigen lassen. Die Firma Droneberger, die sich auf Bühnendekoration und Showtechnik spezialisiert hat, arrangierte das Bild unseres Cartoonisten Christian Berger auf einem Stahlrahmen. Hinter der Bühne, von einem schwarzen Vorhang verdeckt, wartete die Illustration auf den magischen Moment. Das Szenario zeigt eine Bar, ein Restaurant, eine Küche und eine Rezeption. Auf Fingerzeig hob sich der Vorhang. Und die Gäste befanden sich plötzlich in einer Bühnendekoration. Mucha machte das, was er so gerne tut. Er band das Publikum ein. „Sie glauben doch nicht, dass es genügt, dass Sie nur  herumsitzen und applaudieren. Heute müssen Sie mitmachen. Für sein neues Projekt braucht der Baumeister Mitarbeiter. Seien sie bitte heute Abend sein Team. Mit 'Der Walter' haben wir eine Firma engagiert, die auf Berufskleidung spezialisiert ist. Deren Mitarbeiter kommen jetzt zu Ihnen und kleiden Sie ein." Dr. Michael P. Walter präsentierte seine Kollektion und brillierte auf der Bühne mit seinem Wissen als Österreichs Marktführer für Berufskleidung. „Otto Retzer, du warst doch immer der Hausbursche im Schloss am Wörthersee. Würdest du heute Abend den Hausburschen für Hans-Werner Frömmel spielen?“, fragte ihn Mucha.

Danach gab es dann kein Halten mehr. Selbstverständlich ein „Go“ vom Wörthersee-Urgestein und vielen Prominenten, die die nächste Stunde alle beim lustigen Spiel mitmachten. Mucha scherzte, wer kein Foto für den Baumeister liefert, der bekommt kein Hauptgericht. Die Drohung wurde zwar nicht wahrgemacht, aber es hätte ihrer gar nicht bedurft, denn alle hatten viel Spaß beim Posieren vor den einzelnen Stationen. Frömmel erhielt die Bühnendekoration als Geschenk. Und überlegt, in welchem seiner Häuser er das riesige Bühnenbild platzieren kann.

Bis Mitternacht dauerte das Fest, an dem alle Gäste große Freude hatten. Österreich hat mit KR Hans-Werner Frömmel einen neuen FM Incomingpreisträger, der es verdient. Weil er kantig, erdig, authentisch und echt ist. Oder, wie es Mucha in seiner Lautatio ausführte: „Wir leben in einer Zeit, in der alle perfekt, alle jung, alle schön, alle glatt – und immer gut drauf – sein müssen. Was für ein Unsinn. Wer von uns ist immer gut drauf? Wer von uns hat keine Schmerzen? Wer von uns ist nie krank? Wer von uns streitet nie mit seinen Partner? Wer von uns hat keine Schwächen? Durch unsere brutale, egoistische, egomanische, Selfie-orientierte Gesellschaft tolerieren wir keine Kanten und Ecken mehr. Die Falten werden wegretuschiert. Es gibt eigene Apps, die die Gesichter der Menschen glatt machen. Und damit unnatürlich.

Frömmel steht für den Typ Mensch und für Menschlichkeit, die sich traut, zu zeigen, dass da auch Schwächen sind. Die von Krankheit niedergeworfen wird. Und sich trotzdem nicht unterkriegen lässt. Die familiär ein hartes Schicksal verkraften muss. Und doch den Rücken gerade hält. Mit einer todkranken Frau und einer schwer erkrankten Tochter. Und doch dasteht, allen rund um sich Kraft spendet und ein gewaltiges Leistungspotenzial als Entrepreneur hat. Dafür, solch einen Mann auszuzeichnen und einen wunderbaren Abend zu feiern, sind wir gekommen." Die Gäste dankten es mit einem Standing Ovations für Preisträger Frömmel.

 

Bildcredit: Conny de Beauclair