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Goldene Nicas an sozialkritische Projekte verliehen

2.338 Einreichungen in vier Kategorien
© Unsplash

Es war wieder soweit: Ars Electronica verlieh Goldene Nicas an sozialkritische Projekte. Die diesjährigen Gewinner sind die schwarze Avatarin „Being“, die Vernetzung unter Demonstrierenden „Bi0film.net: Resist like bacteria“, das integrative „Avatar Robot Cafe DAWN ver.ß“ und die u19-Installation „Die schwarze Decke“. Zusätzlich wurde Laurie Anderson als „Visionary Pioneer of Media Art“ aufgezeichnet und der „Award for digital Humanity“ ging an „The Data Nutrition Project“.

Präsentiert wurden die Projekte im Ars Electronica Center in Linz – unter anderem von Ars Electronica-Leiter Gerfried Stocker. Insgesamt gab es 2.338 eingereichte Aktionen aus 88 Ländern. Stocker sah einen eindeutigen Trend der Sieger zu „verantwortungsvollem Agieren mit Technik und aktivem Eingreifen in die Zukunft“.

Gewinnerprojekte

Gewinner in der Kategorie Computer Animation ist Rashaad Newsome (US) mit „Being“, in dessen Zentrum eine computergrafisch erzeugte Avatarin steht, wie der Leiter des Animation-Festivals Jürgen Hagler bei der Präsentation erklärte. Newsome beschäftigt sich mit black und queer culture, sein Avatar „Being“ ist seit 2019 aktive Künstlerin, die ein Statement für das Bewusstsein für mangelnde soziale Gerechtigkeit und Rassismus setzt.

Die Goldene Nica der „Interactive Art+“ sicherten sich Jung Hsu (TW) und Natalia Rivera (CO) mit ihrer offenen Plattform „Bi0film.net: Resist like bacteria“ unter rund 900 Einreichungen, so Chefkurator Martin Honzik. Die jungen Studentinnen aus Taiwan und Kolumbien wollen die Verbindung zu alternativen Netzwerken erleichtern und unterstreichen, wie wichtig unsere Autonomie in Sachen Kommunikationstechnologien ist – gerade dort, wo autoritäre Regime Internetzensur einsetzen. Dazu nutzen sie den gelben Regenschirm – ein Symbol der Hongkong-Bewegung – als parabolische WiFi-Antenne, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Demonstrationen verbindet. In der Kategorie Digital Communities gewann das „Avatar Robot Cafe DAWN ver.β“ der Japaner Ory Yoshifuji und Ory Lab, die auch beim Starts Prize eine „Honorary Mention“ erreichten. Prix-Organisatorin Emiko Ogawa erklärte, dass die Roboter, die in dem Café bedienen, von beeinträchtigten Menschen gesteuert werden, die das Haus nicht verlassen können. Das Projekt sei eine künstlerische Zukunftsvision, das die Isolation bekämpft, so Ogawa. Die Goldene Nica der „u19 – Create your World“ ging an „Die schwarze Decke“ von Mary Mayrhofer (AT). Darin verarbeitet die 19-jährige Oberösterreicherin ihre Depression künstlerisch, begleitet von einem Gedicht, in einer Fotoserie. Marion Friedl präsentierte die Preisträgerinnen und Preisträger der Kategorien u10 bis u19, darunter die interaktive Installation „/_ holofear“, die die Angst, etwas zu verpassen, thematisiert. Der gemeinsam mit dem Außenministerium vergebene Award for digital Humanity geht an „The Data Nutrition Project“, eine disziplinenübergreifende Initiative, die eine schnelle und bessere Bewertung von Datensätzen zum Training von KI ermöglichen will. Denn derzeit spiegeln trainierte Algorithmen gesellschaftliche Schieflagen und Vorurteile unweigerlich wider.

 

 

APA/ Red.

 

 

 

 

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