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Glänzende Weihnachtsumsätze für Amazon

Trotz pandemiebedingter höherer Zusatzausgaben bleibt Amazon auf Erfolgskurs
@ Pixabay

Onlineriese stellt Anlegerinnen und Anleger nach wie vor zufrieden

Der weltgrößte Online-Händler Amazon hat im Weihnachtsquartal glänzend verdient. Auch wenn sich der Wachstumsausblick nach dem E-Commerce-Boom während der Pandemie deutlich eingetrübt hat, sind Anleger dennoch zufrieden. Die Aktie stieg nachbörslich zeitweise um rund 18 Prozent. Im US-Heimatmarkt hat das Unternehmen erstmals seit Jahren die Preise erhöht. „Wie erwartet, hatten wir höhere Kosten, angetrieben durch Engpässe am Arbeitsmarkt und Inflationsdruck“, so Amazon-Vorstandschef Andy Jassy im Geschäftsbericht. Diese Probleme dürften aufgrund der grassierenden Omikron-Virusvariante auch im laufenden Vierteljahr anhalten. „Trotz dieser kurzfristigen Herausforderungen bleiben wir optimistisch.“

Amazon hatte Anlegern vor drei Monaten bereits milliardenschwere Zusatzausgaben aufgrund von höheren Löhnen, weltweiten Problemen in der Lieferkette und gestiegenen Frachtkosten angekündigt. Die Kostenlawine bewältigte der US-Konzern besser als befürchtet. Der Überschuss betrug 14,3 Milliarden Dollar (12,5 Mrd Euro) und fiel damit fast doppelt so hoch aus wie vor einem Jahr. Damit übertraf das Unternehmen die Gewinnerwartungen im Schlussquartal bei Weitem. Grund für den starken Anstieg war jedoch vor allem Amazons Beteiligung am Elektroautobauer Rivian, durch die der Konzern bei dessen Börsengang im November einen hohen Sondererlös in der Bilanz verbuchen konnte. Das Betriebsergebnis – das die Geschäftsentwicklung besser widerspiegelt – ging um fast die Hälfte auf 3,5 Milliarden Dollar zurück.

Zahlen & Fakten

Auch das Umsatzwachstum fiel für Amazons Verhältnisse recht mager aus. Die Erlöse kletterten um neun Prozent auf 137,4 Milliarden Dollar. Für das laufende Vierteljahr rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 112 Milliarden und 117 Milliarden Dollar, was einem Anstieg zwischen drei und acht Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entsprechen würde. Analysten hatten mit einer höheren Prognose gerechnet. Dafür floriert Amazons Cloud-Geschäft mit Speicherplatz und Anwendungen im Internet weiter. Das Flaggschiff AWS steigerte die Erlöse im Quartal um 40 Prozent auf 17,8 Milliarden Dollar und schaffte einen überraschend hohen Gewinn von 5,3 Milliarden Dollar.

Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr steigerte Amazon den Umsatz um knapp 22 Prozent auf 469,8 Milliarden Dollar. Das Betriebsergebnis nahm um knapp neun Prozent auf 24,9 Milliarden Dollar zu. Amazon hatte aufgrund seiner Investitions- und Einstellungsoffensive deutlich höhere Ausgaben als im Vorjahr. Allein im vierten Quartal heuerte der inzwischen zweitgrößte US-Arbeitgeber hinter Walmart rund 140 000 Mitarbeiter an. Insgesamt hat Amazon weltweit nach eigenen Angaben mittlerweile mehr als 1,6 Millionen Beschäftigte. In den USA gibt es allerdings schon wieder Zoff mit Arbeitnehmervertretern.

Wachsende „Prime“ Preise

Bei den Aktionären kam auch die Ankündigung des Konzerns gut an, in den USA erstmals seit 2018 die Preise für seinen „Prime“-Dienst zu erhöhen. Der Service, der unter anderem Zugang zu kostenlosem Versand und Streaming-Diensten bietet, wird deutlich teurer: US-Neukunden sollen ab 18. Februar 14,99 Dollar statt 12,99 pro Monat und 139 Dollar statt 119 pro Jahr zahlen. Für bestehende Kundinnen und Kunden greifen die neuen Tarife im März. Außerhalb der USA sind laut Amazon zunächst keine höheren Preise geplant. Allerdings gäbe es hier durchaus Spielraum. In Deutschland ist das „Prime“-Abo mit 69 Euro pro Jahr oder 7,99 Euro pro Monat bislang deutlich günstiger als in den USA. RED.

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