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Der Presserat beanstandet "Wochenblick"-Artikel

 

Presserat beanstandet "Wochenblick"-Artikel

 

Der Senat 2 des Presserats beschäftigte sich mit dem Artikel „ÖGB und SPÖ verbindet die ‚Freundschaft‘ mit gewaltbereiten Linken“, erschienen im Magazin „Wochenblick“ vom 12.07.2018. Nach Meinung des Senats verstößt der Artikel gegen Punkt 2 (Genauigkeit) des Ehrenkodex für die österreichische Presse.

 

Der Senat war der Ansicht, dass im zu prüfenden Artikel sowohl der ÖGB als auch die SPÖ bewusst mit gewaltbereiten Demonstranten und der „Antifa“ in Verbindung gebracht wurden. Den Lesern sollte offenbar der Eindruck vermittelt werden, dass der ÖGB und die SPÖ Gewalt als politisches Mittel nicht ausschließen. Am Ende des Artikels wurde auf gewaltsame Ausschreitungen von linksextremen Gruppierungen in Deutschland hingewiesen. Mit diesen Ausschreitungen haben jedoch weder der ÖGB noch die SPÖ etwas zu tun. Nach Auffassung des Senats vermittelte der Artikel jedoch den Eindruck, dass der ÖGB und die SPÖ zumindest Sympathien für derartige Ausschreitungen hegen. Nach Meinung des Senats widersprachen die Verzerrungen des Artikels Punkt 2.1 des Ehrenkodex, wonach es die oberste Verpflichtung von Journalisten ist, Nachrichten gewissenhaft und korrekt wiederzugeben. Die Verzerrungen konnten auch nicht damit gerechtfertigt werden, dass politische Organisationen wie die SPÖ und der ÖGB in einer freien Gesellschaft besonders viel Kritik aushalten müssen, so der Senat weiter. Der Autor des Beitrags wollte die SPÖ und den ÖGB augenscheinlich gezielt diskreditieren, indem er diesen Organisationen Gewaltbereitschaft unterstellte und ihnen zu Unrecht vorwarf, strafbare Handlungen bis hin zu Körperverletzungen und Mord gutzuheißen. Der Senat stellte den Verstoß gegen den Ehrenkodex fest und forderte die „Medien24 GmbH“ aufg, die Entscheidung freiwillig in dem Magazin „Wochenblick“ zu veröffentlichen.

Bildcredit: pixabay