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GB News ohne Andrew Neil

Umstrittener britischer TV-Sender verliert Senderchef
© Screenshot/ GB News

GB News müssen künftig ohne Andrew Neil auskommen

Am 13.Juni startete der neue Nachrichtenkanal „GB News“ im Vereinigten Königreich. Nun, ein paar Monate nach Beginn, hat sich Senderchef Andrew Neil dazu entschlossen, den Sender vorerst zu verlassen. Grund dafür seien Unstimmigkeiten mit den Eigentümern. In der BBC erklärte er: „Es traten immer mehr Differenzen zwischen mir und den anderen Managern und dem Vorstand von GB News auf.“ Diese scheinen unüberwindbar. „Ich fand es am besten, dass wenn das der Weg ist, den sie einschlagen wollen, dann liegt es an ihnen. Es ist ihr Geld“, so Neil weiter. Gemeint sind die Eigentümer der All Perspectives Ltd., eine Holding-Gesellschaft hinter der sich der amerikanische TV-Konzern Discovery, die emiratische Investment-Firma Legatum und der britische Millionär und Brexit-Befürworter Paul Marshall verbergen. 

Dabei war Andrew Neil lange Zeit einer der besten und gefürchtetsten Interviewer bei der BBC und genießt als Chefredakteur der „Sunday Times“ sowie als Vorstandsvorsitzender des konservativen Wochenmagazins „The Spectator“ großen Respekt. Doch schon der Start des neuen Senders „GB News“ lief nicht so gut, wie erhofft. Aufgrund technischer Probleme in den ersten Wochen wurde das Projekt schnell zum Gespött und auch die Rekordquoten, die in den ersten Tagen erreicht wurden, fielen bald nach unten. Darüber hinaus wollen die Eigentümer offenbar etwas, was Neil vor dem Sendestart klar abgelehnt hat: Die britische Version des rechten US-Senders Fox News. „Ich habe von Anfang an klar gemacht, dass es keine britische Version von Fox News werden würde. (…) Fox verbreitet Unwahrheiten, Verschwörungstheorien und Fake News. Das ist nicht meine Art von Journalismus. Ich lasse Sie ihre eigenen Schlüsse ziehen, warum ich heute Abend hier (bei der BBC, Anm.) und nicht bei GB News sitze“, so Neil.

Mit dem Sender „GB News“ wolle man zunächst ein Gegengewicht zur als liberal wahrgenommenen Medienlandschaft darstellen. Auf einen Richtungswechsel zu einer britischen Version von Fox deutet auch hin, dass der Populist Nigel Farage engagiert sowie ein Mitarbeiter von „GB News“, der sich mit knienden Fußballern solidarisierte, entlassen wurde. Darüber hinaus hat nun Rupert Murdoch News UK angekündigt, auch einen eigenen Sender in Großbritannien zu gründen. Der neue Sender „talkTV“ soll mit kommendem Jahr starten und neben Nachrichten, Sport und Debatten auch Unterhaltungsprogramme zeigen. 

PA/ Red.

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