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Gatterer-Preis geht an Fußballmagazin

Die Auszeichnung wurde nach Absage des Bloggers Markus Wilhelm neu vergeben.
© Screenshot ballesterer.at

Nach der Ankündigung des Tiroler Bloggers Markus Wilhelm, den ihm zuerkannten „Prof. Claus Gatterer-Preis 2019“ nicht entgegenzunehmen (siehe ExtraDienst-Artikel vom 28.8.2019), hat der Österreichische Journalisten Club (ÖJC) einen neuen Preisträger auserkoren: Die Auszeichnung geht an die Redaktion des Fußballmagazins „ballesterer“, gab der Österreichische Journalisten Club (ÖJC) in einer Aussendung am Freitag bekannt.

Das Magazin erhält den mit 10.000 Euro dotierten Preis für sozial engagierten Journalismus für die Titelstory „Die Integrationsdebatte im Fußball“, erschienen im Dezember 2018. In dem Artikel befinden sich Porträts von Menschen, die als Migranten nach Österreich gekommen sind und ihre (Fußball-) Geschichte erzählen.

Die Vergabe der „Ehrenden Anerkennung“ bleibt unverändert. Sie geht an die TV-Journalistin Beate Haselmayer für ihre in der ORF-Sendung „Am Schauplatz“ ausgestrahlte Reportage „Besser als die Straße“. In der Sendung porträtiert sie Menschen, die sozialen Randgruppen und Minderheiten angehören. Die Verleihung des jährlich vergebenen Preises für sozial engagierten Journalismus findet am 5. September im Schloss Esterhazy in Eisenstadt statt.

Nachsatz zum Blogger Markus Wilhelm

Die Reaktionen des Bloggers, der laut ÖJC-Vorstand Fred Turnheim ihm telefonisch zugesichert hatte den Preis zu nehmen, hatte mit dessen Absage in Schriftform für gewaltigen Wirbel vor allem in den sozialen Netzwerken gesorgt. Der Blogger war darin mit extrem harten Formulierungen über die Vergeber des Preises und deren Sponsoren hergezogen. So formulierte Wilhelm: „Ich sehe mich nicht als Journalisten, schon gar nicht als ‚investigativen Journalisten‘, wie es in der Begründung der Jury heißt, sondern als politischen Aktivisten, der halt schreibt. Ich hab‘ mir meine Medien stets selber gebastelt. Ich hab‘ mit dem Journalistenbetrieb nichts zu tun, noch weniger mit dem Österreichischen Journalisten-Club, der den Preis vergibt, am allerwenigsten mit den Herrschaften, die ihn neuerdings finanzieren.“ (Zitat aus „Der Standard“, 28.8.2019)

Im Netz gingen dazu die Meinungen diametral auseinander. Während die einen den Blogger als unerzogenen Kotzbrocken verstanden, weil man so halt nicht mit jemanden umgeht, und so reagiert, wenn einer ein Preis, noch dazu mit 10.000 Euro dotiert, zuerkannt wird, lobten Wilhelm die anderen für sein außergewöhnliches Rückgrat, das vorbildlich in einem verhaberten Österreich sei.

PA/red

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