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Freies russisches Nachrichtenportal gibt auf

Nach Rückzug von Werbekunden konnte die Finanzierung nicht gesichert werden
© Pixabay

Eines der ältesten unabhängigen Nachrichtenportale Russlands newsru.com stellt unter politischem Druck seine Arbeit ein. Nach dem Rückzug großer Werbekunden konnte man sich nach 21 Jahren nicht mehr länger finanzieren. „Wir stellen die Arbeit aus wirtschaftlichen Gründen ein, aber hervorgerufen wurden diese durch die politische Situation in unserem Land“, hieß es Seitens newsru.com. Unabhängige Journalisten beklagen in Russland bereits seit längerem einen zunehmenden Druck auf ihre Arbeit. Wie ExtraDienst berichtete, stuften die Behörden zuletzt das regierungskritische Portal Meduza als „ausländischen Agenten“ ein. Auch Meduza verlor dadurch Werbepartner.  Das Medium mit Sitz in Lettland musste Redaktionsräume schließen, die Gehälter der Mitarbeiter drastisch reduzieren und kämpft nun ums Überleben.

„Quellen als Extremisten kennzeichnen“

Laut newsru.com musste man immer öfter über die Verabschiedung restriktiver Gesetze schreiben, die zu jedem beliebigen Zeitpunkt auch einen selbst hätten treffen können. Außerdem hätte man immer mehr geschätzte Menschen und Quellen wahrheitsgetreuer Informationen als ausländische Agenten und Extremisten kennzeichnen müssen. Das nun geschlossene Portal schrieb seit dem Jahr 2000 über Themen aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur. Ursprünglich wurde newsru.com als Webseite der Fernsehgesellschaft NTW gegründete. Von vielen Journalistenkollegen wurde das Nachrichtenportal als ausgewogenes Leitmedium geschätzt. Zuletzt erreichte man laut eigenen Angaben drei Millionen Menschen pro Monat. Die Seite soll weiter bestehen bleiben, um Lesern einen Zugang zu archivierten Artikeln zu bieten, hieß es.
APA/red

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