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Fall um WikiLeaks-Gründer normalisiert Strafverfolgung von Journalisten

"Es sendet ein weltweites Signal"
©unsplash

WikiLeaks-Gründer kämpft weiterhin gegen Auslieferung an die USA

Stella Assange sieht in der Strafverfolgung ihres Mannes, des WikiLeaks-Gründers Julian Assange, einen gefährlichen Präzedenzfall für die Kriminalisierung von Journalisten. „Es sendet ein weltweites Signal“, sagte die Juristin am Sonntagabend in London. Seit der strafrechtlichen Verfolgung Assanges sei auch in anderen Ländern – etwa in Hongkong – eine deutlich härtere Gangart gegen die Presse zu beobachten und Journalisten würden für ihre Arbeit kriminalisiert und inhaftiert.

Julian Assange versucht weiterhin, gegen seine Auslieferung in die USA vorzugehen – aktuell mit einer Berufung am High Court in London. Die britische Regierung hatte zuvor nach jahrelangem juristischen Tauziehen die Auslieferung an die USA genehmigt.

Die US-Justiz will dem 50-Jährigen wegen Spionagevorwürfen den Prozess machen. Dem Australier drohen bei einer Verurteilung bis zu 175 Jahre Haft. Ihm wird vorgeworfen, gemeinsam mit der Whistleblowerin Chelsea Manning geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan gestohlen, veröffentlicht und damit das Leben von US-Informanten in Gefahr gebracht zu haben. Unterstützer sehen in Assange einen mutigen Journalisten, der Kriegsverbrechen ans Licht brachte und an dem nun ein Exempel statuiert werden solle. Stella Assange und weitere Unterstützer zeigen derzeit in Kinos die Dokumentation „Ithaka“, für die Filmemacher den Kampf der Familie für die Freilassung des WikiLeaks-Gründers über mehrere Jahre begleitet haben.

Julian und Stella Assange haben vor einigen Monaten im Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh geheiratet. Trotz der jahrelangen Isolation des WikiLeaks-Gründers – erst während seines Aufenthalts in der ecuadorianischen Botschaft in London, dann im Gefängnis – hat das Paar zwei gemeinsame Kinder. „Wir sind eine liebende Familie in sehr schwierigen Umständen“, sagte Stella Assange. Die Familie könne sich derzeit ein bis zwei Mal in der Woche im Gefängnis sehen. „Diese Zeit ist sehr kostbar.“

APA/Red.

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