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Fake-News-Seiten scheffeln mit Werbung Geld

Laut Global Disinformation Index verdienen etwa 20.000 Webseiten pro Jahr rund 213 Mio. Euro.
© Pixabay

Fehlinformationen verbreitende Webseiten gewinnen mit Werbeeinahmen Millionen pro Jahr. Ein Großteil des Geldes kommt von den weltweit größten Unternehmen, die darüber oft nicht einmal Bescheid wissen. Das zeigt eine Analyse des Global Disinformation Index (GDI), einer Non-Profit-Organisation, die Internetseiten nach ihrer Transparenz bewertet.

Laut GDI-Programmdirektor Craig Fagan existieren viele Fake-News-Plattformen nur, um mit Werbung möglichst viel Geld zu machen. „Fehlinformation wird von verschiedenen Akteuren mit unterschiedlichen Motivationen vorangetrieben. Ein wichtiger Ansporn, den wir beobachtet haben, ist finanzieller Profit“, so Fagan.

Um das Ausmaß der Werbeinnahmen von Fake-News-Seiten festzustellen, hat GDI 20.000 Webseiten, die mit Fehlinformationskampagnen in Verbindung stehen, untersucht. Dabei haben die Experten analysiert, wie viele Aufrufe diese Seiten erhalten, wer ihr Publikum ist, welche Werbungen auf ihnen zu sehen ist und wie hoch die Werbeeinnahmen sind.

Es zeigte sich in der Analyse, dass die untersuchten Webseiten jährlich etwa 235 Millionen Dollar (rund 213 Millionen Euro) an Werbeeinnahmen generieren. Anzeigen stammen dabei von großen Unternehmen, wobei auch deutsche Firmen dazu gehören. Als Beispiele nennt der GDI unter anderem die Deutsche Bahn, den Autozulieferer Opel und die Deutsche Telekom. Unter den Fake-News-Seiten, die von diesen Unternehmen Werbung zeigen, sind „Twitchy“ und „Zero Hedge“ zu finden.

GDI geht davon aus, dass viele der betroffenen Unternehmen nichts davon wissen, dass ihre Werbungen auf Seiten zur Verbreitung von Fehlinformation zu sehen sind. Aufgrund der momentanen Finanzierungsmodelle im Internet sei es schwer möglich, dagegen anzukämpfen. „Diese Ergebnisse sind nur die Spitze des Eisbergs. Wenn Unternehmen die Wahl hätten, würden sie wohl nicht diese Art von Inhalten subventionieren, aber die haben sie einfach nicht“, sagt GDI-CTO Danny Rogers.

Pressetext/Red

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