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Facebook-Whistleblowerin: Angst um persönliche Sicherheit

Frances Haugen befürchtet, dass Falschinformationen auf sozialen Medien sie und ihre Familie gefährden könnten.
©pexels

Facebook versucht sich aktuell wieder positiver zu positionieren, unter anderem mit einer Namensänderung der Firma in „Meta“.

Nach den zahlreichen, unschönen Enthüllungen zu Facebook fürchtet Whistleblowerin Frances Haugen nun um ihre private Sicherheit. Allerdings gelte ihre Angst nicht dem Technik-Konzern selbst, wie die 37-Jährige der Deutschen Presse-Agentur gegenüber zugibt: „Es ist, dass es eine Menge Leute gibt, die davon profitieren, wie das System heute funktioniert.“ Der Gedanke gründet darin, dass sie besonders auf Twitter immer wieder auf extreme Ideen über sich selbst stößt. Sie befürchtet, dass jemand diese Verschwörungstheorien glaubt und ihr – oder auch ihrer Familie – Schaden zufügen könnte: „Ich lese Bedrohungs-Analysen über Leute, die sich im Dark Web über meine Mutter unterhalten.“

Die ehemalige Facebook-Mitarbeiterin hatte eine große Menge interner Daten heruntergeladen und diese sowohl dem US-Kongress und zuständigen Behörden als auch ausgewählten Medien zur Verfügung gestellt. So veröffentlichte etwa das „Wall Street Journal“ vor rund einem Monat eine Serie belastender Enthüllungsartikel. Unter anderem ging es darum, dass das Social-Media-Unternehmen bewusst ignoriert habe, wie schädlich gewisse Inhalte für seine Nutzer sind. Zwar weist Facebook diese Vorwürfe zurück, jedoch meldete sich in der vergangenen Woche ein weiterer, bis dato unbekannter Ex-Mitarbeiter zu Wort und pflichtete Haugen bei.

Großer Zuspruch für Enthüllungen

Frances Haugen wurde offiziell als Whistleblowerin anerkannt und genießt nach US-Recht dementsprechenden Schutz für das Hinweisen auf die firmeninternen Missstände. Seit ihrer Kündigung im Frühjahr lebt sie von ihren Ersparnissen, mit denen sie – dank kluger Investitionen in Kryptowährungen – nach eigenen Angaben noch rund 20 Jahre durchkommen könne. Dennoch erfährt sie massive Unterstützung, sowohl von der US-amerikanischen Organisation Whistleblower Aid als auch durch die rund 1000 für sie eingelangten Spenden.

Dass die Aufmerksamkeit für ihre Facebook-Enthüllungen und in weiterer Folge auch ihre Person so groß ist, bezeichnet Haugen dennoch als „surreal“. Sie erklärt sich den Hype um das Thema wie folgt: „Ich denke, dass es bei den Menschen einen Hunger danach gibt, in diese Systeme hineinzusehen, die einen so großen Einfluss auf ihre Leben haben.“ Sie sei zudem äußerst dankbar, dass die Gesellschaft ihre Informationen so ernst nehme.

APA/Red.

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