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Kritik an Miss Vienna Wahl #2

Nach der Wahlwiederholung vermehrt sich die Kritik an den Missen-Machern.
© Harald Artner

Die Miss Austria Corporation gerät immer stärker unter Druck. Nachdem die ursprünglich gewählte Miss Vienna ihren Titel verlor, und ein neuer Wettbewerb abgehalten wurde, gehen die Wogen hoch. Sowohl die entthronte Siegerin der ersten Wahl, Beatrice Körmer, als auch Ex-Politiker-Tochter Conny Westenthaler wollten nicht erneut an den Start gehen. Und so geriet die zweite Miss Vienna Wahl, die vor wenigen Tagen in Linz stattfand, zur Farce. Angeblich sollen lediglich drei Bewerberinnen teilgenommen haben.

Zur Erinnerung: Ende April gewann das Model Beatrice Körmer in Wien den Wettbewerb zur Miss Vienna. Eine unabhängige Jury hatte im Rahmen einer typischen Missen-Wahl für sie entschieden. Körmer stellte das beste Gesamtpaket dar, wenn man so sagen will, um den Job als Werbeträgerin für Wien auszuüben. Doch just am Tag der Veranstaltung kamen plötzlich Gerüchte auf, dass die Wahl manipuliert worden sei. Konkret hieß es, es gäbe persönliche Bekanntschaften zwischen Frau Körmer, ihrem Lebensgefährten Heimo Turin, der Wien-Wahl-Organisatorin, Agnes Goebel und einzelnen Jurymitgliedern. Es ging bis hin zu Verdächtigungen, dass Juroren gekauft worden wären, um ihr Stimmverhalten zu beeinflussen.

Wogegen sich alle Betroffenen, allen voran Jurorin Christina Lugner, vergeblich noch am Tag des vermeintlichen Skandals zu wehren versuchten. Es sei ziemlich absurd wegen einer Miss-Wahl in den Verdacht der Bestechlichkeit zu geraten, befanden auch die anderen Juroren. Die Hauptleidtragende, Beatrice Körmer, verhielt sich wie ein Vollprofi und ließ sich am Wahlabend von dem inszenierten Medienskandal nicht beirren. Was eine kleine Meisterleistung war, wenn man die aufgeheizte und feindselige Stimmung, die von Teilen des Publikums ausging, in Betracht zieht.

Am Tag danach, als die Anschuldigungen von vielen Medien aufgegriffen wurden, ließ die Miss Austria Corporation schnell verlautbaren, dass man die Wahl wiederholen werde. Beatrice Körmer wurde daraufhin der Titel aberkannt: Der Miss Vienna-Wahl Organisatorin, Agnes Goebel, die Lizenz entzogen und damit die Zusammenarbeit aufgekündigt. Ohne jegliche Beweise hinsichtlich des Wahrheitsgehalts der Vorwürfe zu erbringen. Nichtsdestotrotz sollte eine neue Wahl abgehalten werden mit einer neu besetzten Jury.

Am 21. Mai fand diese tatsächlich statt. Aber bei weitem nicht so, wie man sich das nach der Aufregung und den Anschuldigungen erhofft hätte. Zunächst wurde die neu angesetzte Wahl der schönsten Frau Wiens von der Hauptstadt in die Stahlstadt Linz verlegt. Die Kandidatinnen mussten sich im dortigen Marriott-Hotel einfinden, um sich einer geheimnisvollen Fachjury zu stellen. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit, wie eine Tageszeitung aus Insiderkreisen erfuhr. Nicht einmal die Familien der Teilnehmerinnen durften mit dabei sein. Auch für die Garderobe hatten die Mädchen selbst zu sorgen. Und wenn es stimmt, was gemunkelt wird, soll es gerade Mal drei Teilnehmerinnen gegeben haben, die sich der (bislang nicht bekanntgegebenen) Fachjury stellten. Fest steht: Als neue Miss Vienna ging die 23-jährige Julia Forstner hervor.

Manch einem Juror der ersten Miss Vienna Wahl platzte jetzt sprichwörtlich der Kragen. „Nach all der Aufregung, dem sogenannten Skandal bei der Miss Vienna-Jury, bei dem sich alle Vorwürfe in Luft aufgelöst haben,lese ich nun mit Erstaunen, wer da Miss Vienna geworden ist. Herzliche Gratulation an Julia Forstner. Der kleine Haken an der Sache: Sie ist bei der ersten Wahl gar nicht angetreten. Es wurde Juroren gewechselt – geht in Ordnung. Aber die Miss Austria Corporation darf nicht Teilnehmerinnen wechseln“, äußerte sich Ekaterina Mucha öffentlich auf Facebook. Und schließt aus, jemals wieder für die Miss Austria Corporation in irgendeiner Form zur Verfügung stehen zu wollen.

Auch Verleger Christian W. Mucha fand deutliche Worte zum Gebahren der Miss Austria Corporation: Man solle den „Austro-Pfuschern“ die Lizenz entziehen. Es handle sich um ein erbärmliches, unprofessionelles Schauspiel in mehreren Akten auf dem Rücken von jungen Mädchen, die nur ihre Träume verwirklichen wollen. Weiters schrieb Mucha in einem Facebook-Post über „letztklassige Geschäftemacherei“ und kritisierte die Knebelverträge, welche den Teilnehmerinnen zur Unterschrift vorgelegt worden sein sollen. Sie wären „respektlos“ und offenkundig „sittenwidrig“. Um abschließend festzuhalten: „Redet endlich wer mit der Miss Austria Corporation? Wissen die überhaupt, was hierzulande abgeht?“

 

red

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