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Ex-BBC-Moderatorin: Britische Medien normalisieren Populismus

Sender weist Vorwürfe zurück
©  Lucy Young / Eyevine / picturedesk.com

Beim London Press Club Awards 2017 gewann die ehemalige BBC-Journalistin, Emily Maitlis, den „Broadcast Journalist of the Year“ Preis

Emily Maitlis, eine frühere BBC-Journalistin, hat schwere Vorwürfe gegen den öffentlich-rechtlichen Sender und die britischen Medien im Allgemeinen erhoben. Laut ihr gelinge es ihnen immer häufiger nicht, sich in der aktuellen Zeit selbst zu behaupten, in der „Fakten verloren gehen, die Normen des Rechtsstaats mit Füßen getreten werden und Behauptungen oft unhinterfragt bleiben“, so Maitlis in einer Rede am Mittwochabend auf dem Edinburgh Festival Fringe.

Weiter heißt es, dass damit populistische Ideen normalisiert und Dinge sagbar gemacht werden, die früher unvorstellbar gewesen seien. Die 51-Jährige hatte den Sender BCC vor einigen Monaten verlassen und arbeitet nun für den konkurrierenden britischen Medienkonzern Global. Maitlis moderierte jahrelang die populäre BBC-Nachrichtensendung „Newsnight“ . Durch ein Interview mit dem Queen-Sohn Prinz Andrew wurde sie auch international bekannt.

Ihrem alten Arbeitgeber warf sie vor, nach einer ihrer Moderationen über die Lockdown-Regelbrüche im Regierungszirkel nach einer Intervention aus der Downing Street zu schnell zurückgerudert zu sein. Der Sender wies allerdings die Vorwürfe zurück und berief sich auf Maitlis‘ mangelnde Unbefangenheit in diesem Fall. Die ehemalige BBC-Journalistin kritisierte in ihrer Rede außerdem, dass mit dem früheren Downing-Street-Berater Robbie Gibb mittlerweile ein „Fürsprecher der konservativen Partei“ im BBC-Aufsichtsrat sitze.

Wenn es um den Brexit gehe, würden sich die britischen Medien in eine „Mauer des Schweigens“ hüllen, kritisierte die Journalistin. Teile der BBC und die Zeitungen, die die Regierung unterstützten, gingen automatisch in Deckung, wann immer der Brexit Probleme verursache. Diejenigen, die versprochen hätten, den Brexit über die Bühne zu bringen, könnten ihn nun nicht mehr erwähnen – denn er sei noch nicht über die Bühne gegangen.

 

APA/ Red.

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