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Entschädigung für Whistleblower bei Diana-Interview

Die BBC zahlte dem Grafikdesigner Matt Wiessler eine Entschädigungssumme und entschuldigt sich dafür, den Whistleblower zu Unrecht bestraft zu haben.
©unsplash

BBC schwieg jahrelang über die Hintergründe des Interviews, obwohl Wiessler den Sender darauf aufmerksam machte.

Die britische Mediengruppe BBC einigte sich nach eigenen Angaben nun mit dem Grafikdesigner Matt Wiessler und zahlte eine finanzielle Entschädigung an den Mann, der als Whistleblower im Fall rund um die Diana-Interviews gilt. Konkret standen die Vorwürfe im Raum, dass der BBC-Journalist Martin Bashir der Ex-Frau von Prinz Charles gefälscht Kontoauszüge vorlegte, die vermeintlich belegten, dass die Königsfamilie sie beschatten ließ. Die bereits paranoide Diana packte darauf Details über ihre gescheiterte Ehe und die Zustände im Königshaus aus – ein skandalöses Interview, das um die Welt ging. Diese Kontoauszüge fertigte der Grafikdesigner an. Er kannte die Hintergründe des Auftrages nicht, wurde aber misstrauisch und informierte die Leitung des Senders darüber. Die Folge: Sein befristeter Vertrag wurde nicht mehr verlängert. Er wurde also bestraft, während der eigentlich Schuldige lange davonkam.

Die BBC bestätigte nun, dass Wiessler nach bestem Gewissen gehandelt habe und entschuldigt sich „für die Art und Weise, wie er in der Vergangenheit behandelt wurde“. Man bedauere, dass die von ihm geäußerten Bedenken damals nicht gehört wurden. Wie hoch die Summe der finanziellen Entschädigung ausfiel, gab man aber nicht bekannt.

Keine weiteren Ermittlungen

Die Hintergründe des weltweit bekannten Interviews wurden vergangenen Mai bekannt, als John Dyson, der ehemalige Richter des Obersten Gerichtshofes, einen Bericht veröffentlichte, der die betrügerischen Taten des Journalisten Martin Bashir ans Licht brachte. Kurz darauf trat letzterer von seinem Posten bei der BBC zurück – angeblich aus gesundheitlichen Gründen.

Vor wenigen Wochen bestätigte die britische Polizei, keine weiteren Ermittlungen in diesem Fall vornehmen zu wollen. Es lägen schlichtweg keine Hinweise auf strafbares Verhalten vor, hieß es. Trotzdem hatte das Tabu-brechende Interview weitreichende Folgen: Prinz Charles reichte die Scheidung ein und Diana wurde noch stärker als ohnehin schon von der Presse verfolgt, wodurch sich ihre Angstzustände weiter verschlimmerten. Auch ihre beiden Söhne, die Prinzen William und Harry, übten starke Kritik an BBC und machten sie dafür verantwortlich, dass sich die Beziehung ihrer Eltern durch das Interview weiter verschlechterte.

APA/Red.

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