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Eine Plattform für Cyber-Kriminalität?

Telegram boomt in Sachen Untergrund-Datenhandel
© Unsplash

Die Cyber-Kriminalität auf Telegram wächst rasant an

Der Cyberint Analyst Tal Samra hat gegenüber der „Financial Times“ erklärt, dass in letzter Zeit die Telegram-Nutzung durch Cyber-Kriminelle um mehr als 100 Prozent angestiegen sei. Laut der Untersuchung hat sich auf Telegram die Anzahl der Erwähnungen von „Email:pass“ und „Combo“-Hacker-Begriffe, die auf geklaute E-Mail-Zugangsdaten hindeuten, innerhalb eines Jahres vervierfacht. Demnach boomt der verschlüsselte Messaging-Dienst als Plattform für den Untergrund-Datenhandel und Alternative zum klassischen Dark Web. 

Laut der Untersuchung von Cyberint und „Financial Times“ nutze ein schnell wachsendes Netzwerk an Hackern Telegram für illegale Aktivitäten, wie beispielsweise den Verkauf gestohlener Daten. Genutzt werden dafür Channels, die teilweise zehntausende Abonnenten haben. Ein öffentlicher Kanal namens „combolist“, in dem Hacker Listen hunderttausender Zugangansdaten handeln, hatte über 47.000 Abonnenten. Dieser wurde jedoch von Telegram entfernt, nachdem die „Financial Times“ um einen Kommentar bat. Doch die Cyber- Kriminalität nimmt nicht nur dank der Verschlüsselung auf Telegram zu. „Es ist bequemer zu nutzen als das Dark Web“, so Samra.  Außerdem sei der Dienst zugänglicher und würde mehr Funktionalität bieten als das klassische Dark Web. Zudem stehe Telegram noch nicht so im Visier der Behörden. 

Auch im Dark Web ist Telegram für seine Nutzung bekannt. 2020 gab es in einschlägigen Foren noch 172.035 Links auf Telegram-Gruppen und -Kanäle. Laut Cyberint waren es in diesem Jahr bereits über eine Millionen solcher Verweise. Die Plattform betont jedoch in einem Kommentar gegenüber „Financial Times“, dass es eine Richtlinie gäbe, ohne Einverständnis geteilte Daten zu entfernen. So entferne eine „ständig wachsende Truppe professioneller Moderatoren“ jeden Tag über 10.000 öffentliche Communitys wegen Verstöße gegen die Nutzungslinien. 

PA/ Red.

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