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Eine Nacht ohne soziale Medien

Der gestrige Totalausfall bei Facebook sorgte für Aufruhr - sowohl bei den Nutzern als auch in der österreichischen Medienszene.
©pexels

Der Facebook-Konzern erlebt aktuell ohnehin schon harte Zeiten, die Rekord-Störung sellt nun eine zusätzliche Blamage dar.

Eine Nacht ohne soziale Medien. Ob das wohl auf die Geburtenrate durchschlägt? Ob Paare jetzt das erste Mal am Abend wieder gemeinsam geredet, gemeinsam gefernseht, gemeinsam kommuniziert haben? Wenn der kleine, stetig sekkante Begleiter, das „Daily-Must“ zu posten, in den sozialen Medien zu versinken, einmal komplett ausgefallen ist? Nun, in der Medienszene wurde das gewaltige Manko von Facebook und Instagram, der Flop von Mark Zuckerberg, der alleine in dieser vermaledeiten Woche 7 Milliarden von seinem geschätzten Gesamtvermögen von 122,7 Milliarden US-Dollar eingebüßt hat, mit einer gewissen Häme diskutiert. So schrieb die BILD-Zeitung, dass man sich auf die traditionellen Medien eben verlassen könne, denn die erscheinen weiterhin, während im Zuckerberg-Imperium alle Räder stillstehen.

Und auch Österreichs Medienszene reagierte stark auf das Blackout. So schreibt etwa:

Der Kurier

Die Störung betraf rund 3,5 Milliarden Nutzer, wie der Kurier berichtet: „User auf der ganzen Welt meldeten technische Störungen. Besonders europäische Länder waren von der Störung betroffen, aber auch Südostasien und der Nordosten der USA. Allein in Österreich meldeten am frühen Nachmittag tausende Nutzer auf der Internetseite allestörungen.at Probleme bei der Erreichbarkeit der sozialen Netzwerke. Auf der Seite kann man bei den jeweiligen Plattformen nachsehen, welche Regionen betroffen sind.“

Die Kronen Zeitung

Die Kronen Zeitung kommentierte den finanziellen Verlust des Facebook-Chefs: „Dieser Umstand wird auch ein dickes Loch in Mark Zuckerbergs – zugegeben – mehr als reichlich gefüllte Brieftasche reißen. Bislang soll der Facebook-Gründer durch den Ausfall sieben Milliarden Dollar verloren haben, die Facebook-Aktie schloss mit einem Minus von knapp fünf Prozent. Geldsorgen muss der 37-jährige Milliardär jedoch nicht haben, er ist immer noch 120 Milliarden Dollar schwer und gehört zu den fünf reichsten Menschen der Welt. Auch jetzt ist das Unternehmen an der Börse immer noch rund 920 Milliarden Dollar wert.“

Nachdem die größten Social-Media-Plattformen ausfielen, strömten außerdem viele Nutzer zum Kurznachrichtendienst Twitter, einer der wenigen noch funktionierenden Netzwerke. Zahlreiche Unternehmen und Stars äußerten sich in humorvollen Tweets, wie die Kronen Zeitung zusammenfasste: „Der weltweite Ausfall von Instagram, Facebook und WhatsApp ließ auch Hollywood nicht kalt. Die Stars machten sich – auf Twitter – einen Spaß aus der Situation. Adele schockte das Team des einzig funktionierenden Social-Media-Riesen, in dem sie auf Twitters Willkommengruß „Hello an wirklich alle!“ prompt antwortete: „Hiya Babes!“ Die Antwort sorgte für Lacher: „ahdfljhadsjdlash ADELE?!?!“ Selbst Snoop Dogg meldete sich zu Wort. Der Rapper riet seinen Fans: „Instagram aus? Rollt euch einen (Joint) und seid produktiv.“ Dolly Parton postete ein kurzes Video von sich, in dem sie als Cowgirls verkleidet in einen Saloon kommt: „Jeder kommt heute so zu Twitter, nachdem die anderen nicht funktionieren!“ Reese Witherspoon schrieb: „Alle anderen Social-Plattformen heute: kaputt. Twitter: …“ Darunter postete sie ein GIF von sich selbst, auf dem sie „Thank You“ ruft.“

Die Presse

Die Tageszeitung Die Presse macht zudem auf den politischen Druck aufmerksam, dem Facebook gerade unterliegt: „Für Facebook, das gerade in den USA unter verstärktem politischen Druck steht, war der Ausfall eine blamable Krönung ohnehin schlechter Wochen.“ Denn Sonntagabend gab sich eine ehemalige Mitarbeiterin als Whistleblowerin zu erkennen, mit deren Hilfe zahlreiche Enthüllungsartikel im „Wall Street Journal“ veröffentlich wurden. Sie werde am Dienstag im US Senat befragt.

Im Artikel wird auch die Frage aufgeworfen, ob Werbekunden nun möglicherweise durch den Ausfall über Alternativen zu Facebook nachdenken: „Denn gerade viele kleine Unternehmen rund um die Welt verlassen sich auf Facebook, um Kunden anzulocken. Für sie bedeutete die Störung verlorenes Geschäft“.

Der Standard

Der Standard berichtete ebenfalls über den Ausfall. Die Störung sei durch einen Fehler bei den Routern ausgelöst worden und schwer in den Griff zu bekommen gewesen. Es musste schließlich ein Team in das Rechenzentrum im kalifornischen Santa Clara fahren und das Problem mit einem manuellen Reset lösen: „Das sei etwa so, wie wenn man beim PC zu Hause den Reset-Knopf drückt, weil nichts mehr geht.“

Oe24

Für große Verwirrung sorgte auch die plötzliche Verfügbarkeit der Facebook-Domain, wie Oe24 berichtete: „Nach dem grossen Ausfall bei Facebook, Insta und Whatsapp steht jetzt plötzlich die Webseite facebook.com zum Verkauf.“

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